Die Gewinnspannen der großen Erdölkonzerne in der Bundesrepublik sind beschnitten worden. Das schlägt sich natürlich in deren Bilanzen nieder. So auch im Abschluß der Esso AG, Hamburg, für 1959. Während nämlich der Umsatz mengenmäßig um 24 vH stieg, hat er wertmäßig nur um 16 vH zugenommen. Dabei ist die Anfang dieses Jahres unvermeidbar gewordene Preissenkung beim Benzin (bis zu 5 Pfennig je Liter) in dem jetzt vorliegenden Ertragsbild noch nicht enthalten. Aber trotz des schärfer gewordenen Wettbewerbs war es der Esso möglich, ihre degressiv vorgenommenen Abschreibungen auf 80,7 (42) Mill. DM nahezu zu verdoppeln. Die Erhöhung steht mit der Inbetriebnahme der Raffinerie Köln in Zusammenhang. Die Investitionen waren mit 79,4 (198,6) Mill. dagegen stark rückläufig. Dabei ist zu berücksichtigen, daß in 1958 allein 135 Mill. auf die Raffinerie in Köln entfielen, die künftig in bezug auf die Herstellung petrochemischer Produkte weiter ausgebaut werden soll. Aber das ist nur ein Teil der Zukunftsplanung. Es spricht für eine hoffnungsvolle Beurteilung des deutschen Marktes, wenn die Esso in den nächsten Jahren je eine neue Raffinerie in Bayern und in Karlsruhe errichten will. Sie sieht also durchaus die Möglichkeit, den per 31. Dezember 1959 erscheinenden Bilanzverlust von 46 Mill. DM tilgen zu können. Überdies haben Buchverluste großer Konzerne (die Esso ist eine hundertprozentige Tochter der Standard Oil Company – New Jersey) stets einen recht problematischen Aussagewert. Die Esso wird ihr Kapital jetzt auf 350 Mill. DM erhöhen. Zur Finanzierung des laufenden Geschäftes hatte die Muttergesellschaft ihr ein Darlehen von 97,4 Mill. eingeräumt, das jetzt zum Teil in Eigenkapital umgewandelt wird. K. W.