Die Hoffnung, Rhodesien werde aus den Ereignissen im nachbarlichen Kongo lernen und nun die Ausbildung einer afrikanischen Elite beschleunigt vorantreiben, ist an der Kurzsichtigkeit der südrhodesischen Regierung in Salisbury gescheitert Dort hielt man Polizeimaßnahmen für die einzig richtige Antwort auf die Ereignisse im Kongo, und so wurden die drei Führer der gemäßigten NDP (National-Demokratische Partei) und 180 Mitglieder dieser Partei kurzerhand eingesperrt. Folge: zum erstenmal antieuropäische Ausschreitungen, Demonstrationen, Arbeitsverweigerung. Bisher sind drei Menschen umgekommen und über 70 Personen verletzt worden. Die Stadt Bulawayo, in der über 45 000 Weiße leben, mußte durch einen sechs Kilometer langen Truppengürtel gegen Angriffe der Afrikaner geschützt werden. Im Eingeborenenviertel Bulawayos wurden Geschäfte geplündert und Gaststätten zertrümmert.

Südrhodesien ist die Hochburg der Weißen in der britischen zentralafrikanischen Föderation. Ihr Ministerpräsident, Sir Edgar Whitehead, regiert genau wie Sir Roy Welensky der Ministerpräsident der Föderation (Nyassaland, Nord- und Südrhodesien) nach dem Wahlspruch "Bindet den Helm fester". Sie sind stolz auf die Tapferkeit und Konsequenz, mit der sie an ihrem eigenen Grab schaufeln. Man kann nur hoffen, daß es London gelingt, seinen in Salisbury allerdings mißachteten Einfluß geltend zu machen. Dff