Der Autor steht mit Recht obenan. Denn es ist himmelschreyend, daß derjenige, welcher mit Aufwand der Kraft seines Lebens und seiner Seele ein unsterbliches Werk hervorgebracht hat, welches äußerlich vielleicht kein anderer Sterblicher hervorgebracht hätte, ein Werk, das Verleger, Buchhändler und Drucker mästet und ein ganzes Land unterrichtet oder ergötzet, nicht einmal so viel Belohnung dafür haben soll, um die Apothekerrechnung zu bezahlen... Der Verleger hat den zweiten Platz. Wer wollte nicht ihm, der seine Spekulation, seine Mühe und sein Geld an einen Artikel gewagt hat, einen ansehnlichen und sichern Profit gönnen? ... Endlich aber auch soll der Käufer das Seinige erhalten. Guten korrekten Druck, auf – gutem Papier, für billige Preise. – Gottfried August Bürger: "Vorschlag, dem Büchernachdruck zu steuern" (1777)

Ziel der Klasse: Weltkommunismus

Zehntausend Bewerbungen sind für die in Moskau gegründete "Freundschafts-Universität" eingegangen. Zunächst soll jeder zwanzigste der Bewerber, die aus Asien, Afrika und Südamerika kommen, aufgenommen werden. Die Kapazität der Universität soll jedoch sobald wie möglich derart erweitert werden, daß sie drei- bis viertausend Studenten aufnehmen kann. Eine solche Konzentration nur ausländischer Studenten an einer Sonderuniversität erscheint in beinahe jeder Hinsicht unzweckmäßig – aber propagandistisch macht sie sich natürlich gut.

Landesübliche Gründe, eine Vorlesung zu besuchen

Ein Gastprofessor aus fernem Land hält an einer deutschen Universität Vorlesungen über Heinrich Heine. Von tausend Studenten der Germanistik besuchen diese Vorlesungen etwa zweihundert. Einer, der das sonderbar fand, da diese Vorlesungen sowohl durch die Persönlichkeit des Vortragenden wie durch den noch immer heftig umstrittenen Gegenstand sehr viel interessanter waren, als es die Durchschnittsvorlesung sein kann, fragte unter den übrigen achthundert Studenten herum: Warum geht ihr eigentlich nicht in diese Heine-Vorlesung? Zwei stereotype Antworten kehrten immer wieder: 1. Von dem (das ist jener Gastprofessor) werden wir doch nicht geprüft. 2. Wir wollen an die Schule – da brauchen wir Heine nicht. – Just so ist es. Oder ist es nicht so? Die deutschen Germanisten haben das Wort.

Gelehrt sein genügt auch nicht

Verständnisschwierigkeiten hatten auch die 616 Mitglieder der Königlichen Akademie, die naturwissenschaftliche Elite Großbritanniens ("jeder bedeutende Gelehrte des Landes ist dabei und kein, ausgesprochener Dummkopf", kommentierte der Observer). Die ständig noch wachsende Spezialisierung bringt es mit sich, daß ein Physiker den anderen nicht mehr in jedem Falle versteht. Eine statistische Schätzung ergab: Zehn Prozent der Versammelten verstehen wohl fünfzig Prozent des Gesagten. "Das einzige, was ich immer verstanden habe", erklärte eines der Akademiemitglieder, "war: Teepause ist um 15.45 Uhr."