Übertragung von Arno Schmidt

Ein Sommerabend, warm und still, / rauchrot und ackergrau; / der Kasper vor der Katentür / hockt müd’ im starken Tau. / Dicht bei ihm spielt auf Rasengrün / sein Enkelmägdlein Wilhelmin’.

Das Brüderchen, der Peterle, / der kollerte im Sand / was Großes-Rundes, das vorhin / am Bachesrand er fand. / Nun kam er an, und fragte los: / "Was ist das hier? So rund und groß?"

Der alte Kaspar nahm’s zur Hand; / der Junge stand dabei; / der Alte schüttelte den Kopf, / und seufzte mancherlei: / "Der arme Kerl, und sein Gebein –: / das muß vom Großen Siege sein!"

"Man find’t sie viel im Garten hier, / 1, 2, ein ganzer Hauf. / Oft, wenn ich draußen pflügen bin, / wirft sie die Pflugschar auf. – / Zehntausend, sagt man allgemein, / müßten’s bei Großen Siegen sein!"

"Erzähl doch, Opa, wie das war!" / ruft Peter angeregt; / auch Wilhelminchen hoch in’s Blau / die Wunderäuglein schlägt: / "Warum kam da das große Heer? / Und warum zankten sie so sehr?"

"Alt-England zwang", rief Kaspar laut, / "den Franzmann in die Knie! – / Jedoch worum es letztlich ging, / erfuhr ich richtig nie. – / Doch hieß es damals allgemein, / so müßt’s bei Großen Siegen sein!"