Im Urwald saßen einige Affen beieinander. Sie waren hungrig, aber da die Bananen grün waren, wollten sie diese noch nicht essen. Andere Affen sagten sich: unser Magen wird sich daran gewöhnen, und aßen die grünen Bananen. Die vorsichtigen Affen mußten verhungern... Mit solchen Geschichten versucht der Hamburger Lebensmittelgroßhändler Erwin Pfeiffer den Einzelhändlern seiner Handelsvereinigung klarzumachen, daß sie nicht zu jenen Übervorsichtigen gehören dürfen, die warten, bis andere das Geschäft gemacht haben. "Seien Sie ein schneller Affe!" sagt er ihnen.

Senior des Unternehmens ist Wilhelm Pfeiffer, ein drahtiger, lebhafter Sechziger. "Wir wollen den Krämer zum Kaufmann machen", sagt er kurz und bündig, wenn man ihn nach den Zielen der SPAR-Handelsvereinigung fragt, deren Hamburger Vorsitzender er ist. "Wir wollen den Einzelhändler konkurrenzfähig machen gegenüber den Filialbetrieben und Konsumgenossenschaften."

Wie viele ändert Dinge sind die Handelsketten aus den Vereinigten Staaten herübergekommen, wo sie bereits nach dem Ersten Weltkrieg entstanden. 1931 griff der Holländer van Well die Idee auf und gründete in den Haag den ersten Zusammenschluß. Nach seinem Firmenzeichen, der grünen Tanne (holländisch: "Spar") trägt die Kette noch heute ihren Namen.

Über 200 000 Betriebe gibt es in der Bundesrepublik, die mit Lebensmitteln handeln. Mindestens 150 000 davon sind in Genossenschaften und freiwilligen Handelsketten zusammengeschlossen, um gegen die Konkurrenz der Großbetriebe bestehen zu können. Eine dieser Handelsketten ist die SPAR-Kette, der 12 000 Einzelhändler angehören. Sie ist wohl die bekannteste des runden Dutzends, das in der Bundesrepublik arbeitet: A & O, Zentra, Fachring, ViVo, Vege, Tip, KoMa, AFU, B. M. A. und einige mehr.

Die Handelsketten sind typisch für unsere auf Massenkonsum eingestellte Industriegesellschaft. Ihr Ziel ist es, mehr und schneller zu verkaufen. Daß die Zunahme des Umsatzes preissenkend wirkt, kommt dem Verbraucher zugute.

Für alle Ketten gilt mit einigen Abwandlungen das, was die SPAR seit sieben Jahren in der Bundesrepublik vorexerziert. Mit zentralem Großeinkauf, zentralen Lagern und gemeinsamer Werbung machen sich die angeschlossenen Einzelhändler die Vorteile eines Filialgeschäftes zunutze, ohne jedoch ihre Selbständigkeit aufzugeben. Die SPAR-Kaufleute sind in regionalen Handelsvereinigungen zusammengeschlossen, die den Status eines eingetragenen Vereins haben. Die 53 Bezirksgroßhändler haben als Dachorganisation die Handelshof-SPAR GmbH in Frankfurt gegründet.

Oberster Leitsatz dieser Handelsvereinigung, aus denen das Mitglied wie aus einem Kegelklub jederzeit austreten kann, ist die Verkaufsförderung. Dazu gehören Erfahrungsaustausch und Schulungskurse für Einzelhändler, Dekorationstruppi für Schaufenster, regelmäßige Informationsbriefe und eine ständige Betriebsberatung und -betreuung. So wurde in Göttingen beispielsweise eine zentrale Buchstelle mit modernsten Maschinen geschaffen, die heute schon für 2 000 Einzelhändler die Buchhaltung besorgt.