DIE ZEIT

Die Gefahren des zweiten Fernsehens

Die Zahl der Unternehmungen der öffentlichen Hand ist vor wenigen Tagen um eine weitere vermehrt worden: die „Deutschland-Fernseh-GmbH“ wurde gegründet.

Kongo-Kompromiß

Fast wäre nun auch noch zwischen der kongolesischen Regierung und der UNO eine ernsthafte Fehde ausgebrochen – das wäre dann wirklich ein Krieg aller gegen alle gewesen, dem nicht einmal mehr das Schwarz-Weiß-Schema zu Grunde gelegen hätte.

Außenpolitik ohne Außenminister

In England herrscht größte Erregung über die Ernennung Lord Homes zum Außenminister. Die einen finden den „Lord“ anstößig, weil er als Mitglied des Oberhauses seine Politik nicht vor dem Unterhaus vertreten kann – was einer Nichtachtung des Parlaments gleichkomme, die anderen meinen, der Mensch Lord Home sei eine zu schwache Persönlichkeit.

Des Schäffers Fluch

Versunken und vergessen“ – das ist bekanntlich des Sängers Fluch. Genau das Gegenteil davon ist des Schäffers, unseres Bundesjustizministers, Fluch.

Der Geist von Rambouillet

Ein französisches Europa oder ein europäisches Frankreich? – Das Gespräch zwischen Adenauer und de Gaulle

Zeitspiegel

„Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da! Die Nacht ist da, daß etwas gescheh“, heißt es in einem nicht mehr ganz neuen Schlager.

Einzug in die Wahlarena

Der neue Nixon: eher ein /politischer Zwilling Kennedys als ein Sprößling Eisenhowers

Das Parteimonopol ist gebrochen

Die Parteien des saarländischen Landtages mußten eine Schlappe einstecken: Das Bundesverfassungsgericht hat den Paragraphen des saarländischen Wahlgesetzes für nichtig erklärt, der die sogenannten „Rathausparteien“ – also freie, nicht parteigebundene Wählervereinigungen – von der Kommunalwahl ausschließt.

Frist für die Funktionäre

Seit Mitte Juni quellen die Zeitungen der Sowjetzone über von Selbstkritik. Es fing an mit den Berichten über die Bezirksdelegierten-Konferenzen der SED.

Team statt Thesen

Was einst die delphischen Orakelsprüche waren, sind heute die Ergebnisse der Meinungsbefragung. Auch sie werden eifrig gedeutet.

Vor Illusionen wird gewarnt

Wahrscheinlich ging es vielen ZEIT-Lesern ebenso wie mir: ein Artikel des Regierenden Bürgermeisters von Berlin mit der Überschrift „Man könnte mehr tun“, geschrieben angesichts der deutschen Spaltung und dem Schicksal der 17 Millionen jenseits der Zonengrenze, zog mich unwiderstehlich an.

Kolchosen sterben aus

Die Zusammenlegung von Kolchosen zu „Agrostädten“ macht in der Sowjetunion weitere Fortschritte. Gegenwärtig gibt es nur noch 50 000 Landwirtschaftskollektive, die jedoch bis zu 30 Dörfer umfassen.

Max Becker

Die FDP-Bundestagsfraktion hat durch den Tod Dr. Max Beckers einen schmerzlichen Verlust erlitten. Der Abgeordnete gehörte zu den profiliertesten Politikern seiner Partei.

Hamburg: Tennis am Rothenbaum

Was für ein Glück, daß wir den guten Unterbau haben“, sagt eine Hamburger Dame, legt auf die regennasse Bank am Tennisplatz ein Reisekissen, setzt sich und ist schon im nächsten Augenblick nicht mehr zu sprechen.

Parkverbot, ausgenommen...

Mein Onkel Josef feiert in wenigen Tagen seinen fünfzigsten Geburtstag. Da er liebe Gäste erwartet, will er die Polizei bitten, für diesen wichtigen Tag Parkverbotsschilder vor seinem Haus in der Herwarthstraße in Köln aufzustellen.

Die Admirals-Kate

In Kampen auf Sylt, da steht ein Haus. Zwei Zollbeamte wohnten mit ihren Familien darin, so gänzlich ohne Komfort, daß Leute, die das Haus nicht nur von außen, sondern auch von innen kennen, ausrufen: „Was 45 000 Mark für diese Kate? Dann müßte ein richtiges Haus auf Sylt seine 200 000 Märkten kosten.

Hamburg: Absage an die Studenten-Bude

Eine Umfrage des Deutschen Studentenwerks an den Universitäten hat ein überraschendes Ergebnis gebracht: Die Hälfte der Studenten würde gern in Wohnheimen leben.

Für das Leben der Welt

In dieser Woche steht die bayrische Landeshauptstadt völlig im Banne des Eucharistischen Weltkongresses. Die mächtigste, umfassendste und glänzendste Glaubensdemonstration der christlichen Menschheit gibt für mehr als acht Tage dem gesamten Leben der Eingesessenen wie dem der vielen Hunderttausenden von Gästen das Gepräge.

Nr. 32 vom 10. August 1950: Noch hält die dünne Schicht

Innerhalb des großen Zusammenhanges der Bewußtseinsentwicklung unserer Zeit ist von allem, was Hans Grimm sagt, das Allerwichtigste sein mit überzeugender Ruhe vorgetragenes Bekenntnis, daß der Nationalsozialismus als solcher nicht ohne weiteres verdammenswert war.

Freundschaft mit Künstlern

Es stellt sich uns die Frage, wie man sich in der Wohnung eines befreundeten Künstlers benehmen soll, ohne diese Freundschaft aufs Spiel zu setzen.

Der heilige Hieronymus aus Afrika

Immer lohnt es sich, nach Brügge zu fahren, der Hauptstadt einer der wunderbarsten Kunstprovinzen. Man kommt am Abend an, und die Autos stauen sich vor der hochgeklappten Zugbrücke: „Ein schwerer Kahn ist im Begriffe, auf dem Kanale hier zu sein“.

Zeitmosaik

Um zu erproben, ob der moderne zivilisiert! Mensch nach einem Atomkrieg überhaupt imstande wäre, unter primitivsten Verhältnissen sein Leber zu fristen, schickte die San Franziskoer Zeitung Chronicle den Schriftsteller H.

Mein Gedicht: In ein altes Stammbuch

Frühe Begegnung im Stadium der pubertären Melancholie. Aus der Ferne grüßte der große gestorbene Bruder die eingeborene Schwermut des ebenso Einsamen, den die ersten Begegnungen mit dem Leben der anderen verwundet hatten.

Auftakt in Salzburg

Aus der unübersehbaren Masse alljährlicher Festivals, deren Veranstaltung heute nachgerade jedes bessere Dorf für seine Pflicht und für – sein Recht hält, ragen nächst den Bayreuther Festspielen die Salzburger hervor wie eine Erscheinung von legitimem, altem Adel aus einer dichten Menge unternehmungslustiger Ehrgeiziger oder schlecht getarnter Geschäftemacher.

Robert Southey:: Blenheim

„Man find’t sie viel im Garten hier, / 1, 2, ein ganzer Hauf. / Oft, wenn ich draußen pflügen bin, / wirft sie die Pflugschar auf.

Mein Buch des Monats:: Paukenschlag und Kantilene

Sehr seltsam: kein Epiker, kein Romancier von Rang, sondern ein Lyriker, ein Mann namens Enzensberger, hat als erster unsere Wirklichkeit, das Nachkriegsdeutschland, im Gleichnis der Poesie fixiert.

Unser Seller-Teller Juli 1960

Ein sommerlich unbeschwerter Seller-Teller? Keineswegs. In die Phalanx jener vier Bücher, die – hin- und hergewürfelt, aber beharrlich – in den letzten Monaten (um es geblümt zu sagen) das Banner des Beststellertums hochgehalten haben, ist unvermutet ein Titel eingedrungen, der genau das Gegenteil zu der vielberedeten leichten Ferienkost ist: Teilhard de Chardins Untersuchung über den Menschen im Kosmos.

Seiltanz – moralisch und episch

hafte lebende deutsche Schriftsteller, die regelmäßig Romane veröffentlichen. Manche schreiben einen Roman, weil sie eine Geschichte erzählen wollen und sich nicht kurz fassen können, da ein Motiv sie zum andern, eine Figur zur andern, ein Wort zum andern führt.

Zeitraffer

Vorläufig ist mit einer Änderung des Umsatzsteuer-Systems in der Bundesrepublik nicht zu rechnen. Das vom Bundesfinanzministerium zur Diskussion gestellte „Mehrwertsteuer-System“ nach französischem Muster ist vom Bundeskabinett wegen seiner Auswirkungen auf den Außenhandel abgelehnt worden.

Lockerer Anschluß

Durch die internationale Presse laufen geradezu tolldreiste Geschichten über deutsche Investitionen in Österreich. Man hört von Grundstückkaufen im Grenzgebiet, von Fabrikbauten und Einrichtungen von Zweigniederlassungen und anderem mehr.

Arbeitszeitverkürzung auch im Einzelhandel

Die Zahl der chromblitzenden „Verkaufshelfer nach Ladenschluß“, der Automaten, hat in den letzten -Jahren stark zugenommen. Den regen Zuspruch seitens der Verbraucher verdankt der „Automatismus“ nicht zuletzt den seit einigen Jahren durch das Ladenschlußgesetz gesetzlich verkürzten Verkaufszeiten.

Front gegen LKW

In der Diskussion um das Straßenbaufinanzierungsgesetz wurde seinerzeit vorn Bundesverkehrsministerium die Ansicht vertreten, daß die auf Grund dieses Gesetzes vorgenommene Erhöhung der der Straßennutzung durch den schweren Lkw Verkehr zu decken.

Im Falle eines Unfalles

Der Bau von Kernenergie-Anlagen wurde bisher durch die unzulängliche Haftpflicht gebannt. Diese Lücke ist jetzt durch die Arbeiten der europäischen Kernenergieagentur bei der OEEC ausgefüllt worden.

Japan schaltet sich in die Ölsuche ein

Jahrzehntelang galt für die internationale Ölwirtschaft das Wort: „Man findet das Öl dort, wo man es nicht braucht, und man braucht es dort, wo man es nicht findet!“ Die große Ausnahme von dieser Regel waren von Anfang an die USA, die sowohl in der Erzeugung wie im Verbrauch von Rohöl in der Welt an erster Stelle stehen und standen.

Opel versteckt keine Gewinne!

Die deutsche Automobilindustrie erhöhte im vergangenen Jahr ihre Produktion von 1,49 Millionen auf 1,71 Millionen Fahrzeuge.

Eine halbe Tochter von Phoenix-Rheinrohr

Die Hamburger Werft Blohm & Voss AG konnte ihren Wiederaufbau nach dem Kriege erst sehr spät beginnen. Sie war vollständig demontiert worden, und für sie bestand lange Zeit das Verbot der englischen Besatzungsmacht, einen Werftbetrieb wieder zu errichten.

Offene Restausschüttung

Die Bilanz der IG-Farbenindustrie AG in Abwicklung schließt zwar immer noch mit 193 Mill. DM ab, enthält aber keinen errechenbaren Überschuß mehr.

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