In Zeiten politischer Weltkrisen wächst die Nachfrage nach Goldmünzen. Das ist eine ganz natürliche Reaktion, denn Gold hat zu jeder Zeit einen – wenn auch schwankenden – Wert. Außerdem ist es stets handelbar. Wer also glaubt, einen Teil seines Vermögens ständig zur Hand haben zu müssen, wer außerdem auf eine Verzinsung dieses Vermögensteiles verzichten kann, findet im Besitz von Goldmünzen eine geeignete Lösung. Mit dem wachsenden Wohlstand hat der Bestand an Goldmünzen in privater Hand auch bei uns wieder zugenommen. Das besagt jedoch nicht viel. Nach dem Krieg war die Bundesrepublik in dieser Beziehung ziemlich ausgeblutet. Der Schwarzhandel mit den Angehörigen der Besatzungsmächte und anderen Personen, die über importierte Nahrungs- und Genußmittel verfügen konnten, hat den größten Teil der in privater Hand befindlichen Goldmünzen ins Ausland abfließen lassen. Wenn jetzt die Bestände wieder aufgefüllt oder neu geschaffen werden, dann ist das kein ungewöhnlicher Zustand; er kommt auch keinem Mißtrauensvotum gegenüber der D-Mark gleich. Der Besitz von Gold ist eine der konservativsten Vermögensanlagen. In bestimmten Situationen hat er sich oft durchaus bewährt.

Die Nachfrage nach Goldmünzen unterliegt Schwankungen. Sie steigt, wenn irgendwo in der Welt der Frieden in Gefahr ist, sie nimmt aber auch zu, wenn das Weihnachtsfest näherrückt. Wer preiswert kaufen will, muß sich also einen "ruhigen Zeitpunkt" aussuchen und die Wochen vor dem Weihnachtsfest meiden. Meine verehrten Leser, ich habe Ihnen schon wiederholt an dieser Stelle gesagt, daß wertvolle Sammlerstücke unter den Goldmünzen eine problematische Vermögensanlage darstellen. In Notzeiten wird das Goldgewicht honoriert – und nichts anderes. Überlassen Sie deshalb die kostbaren (und kostspieligen) Sammlerstücke unter den Münzen den wirklichen Sammlern. Halten Sie sich an marktgängige Stücke, die man auch in anderen Ländern und in entlegenen Gebieten kennt.

Die Tabelle über die Gewichte und Preise marktgängiger Münzen zeigt Ihnen, daß das deutsche 10-Mark-Stück einen gewissen Seltenheitswert erlangt hat. Nach dem Kriege sind diese Stücke – wie auch die 20-Mark-Stücke – ins Ausland abgeflossen. Dort waren die 10-Mark-Stücke wenig bekannt und infolgedessen auch nur schlecht handelbar. Deshalb hat man sie vielfach eingeschmolzen. War die Zahl der im Umlauf befindlichen Stücke ohnehin geringer als die der 20-Mark-Stücke, so hat sich auf diese Weise der Engpaß noch verstärkt. Bei den 20-Mark-Stücken ist zu beachten, daß in Frankreich und Italien Nachprägungen vorgenommen worden sind, die zwar den gleichen Goldgehalt besitzen, aber dennoch nicht "echt" sind. Einige dieser Nachprägungen sind leicht zu erkennen, andere schwieriger. Beim Ankauf von 20-Mark-Stücken muß man deshalb vorsichtig sein. Nachprägungen werden nämlich mit einem kleinen Abschlag gehandelt.

Eine der marktgängigsten Münzen ist der englische Sovereign. Er wird überall in der Welt akzeptiert. Um den Bedarf zu befriedigen, prägt die englische Münze seit einiger Zeit einen Sovereign mit dem Kopf Elizabeth II., obwohl der Goldsovereign in England kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr ist. Die ständigen Prägungen sorgen aber für einen annehmbaren Preis. Der Goldmünzenpreis ist "annehmbar", wenn der Schalterverkaufspreis und der Goldparitätswert einer Münze nicht allzuweit voneinander abweichen, wenn also der Aufschlag zur Goldparität möglichst gering ist.

An Beliebtheit gewonnen hat auch das 20-Dollar-Stück, wenngleich es nicht so gut handelbar ist wie der Sovereign. Aber wenn Sie sich für Goldmünzen interessieren, sollten Sie auch diesem Stück Beachtung schenken.

Übrigens: Vom englischen Sovereign gibt es rund 50 verschiedene Stücke (Jahrgänge usw.). Die alten Sovereigns sind allerdings etwas teurer. Wenn Sie diese Stücke sammeln, haben Sie eine Goldmünzensammlung. Sammlungen im Wert bis zu 10 000 DM sind vermögensteuerfrei. Das 20-Dollar-Stück ist in hundert verschiedenen Ausführungen erhältlich. Auch hier kann man eine Sammlung aufbauen.

Bis zur nächsten Woche! Ihr Securius