Schneller und billiger – und vor allem: wintersicher – werden die Autofahrer von der Schweiz aus Turin und Genua erreichen können, wenn der 5828 Meter lange Straßentunnel durch den Großen St. Bernhard am 31. Mai 1961 für den Verkehr freigegeben wird. Seit einem Jahr wird von beiden Seiten in 1914 Metern Höhe an der 4,50 Meter hohen, 7,50 Meter breiten (zweispurigen) Tunnelröhre gebaut. Bisher mußte der Autofahrer entweder die Eisenbahn benutzen, die seinen Wagen für 26 Franken durch den St. Gotthard, für 38 Franken durch den Simplon transportierte, oder er mußte jene nur von Mitte Juni bis Oktober befahrbare Gotthard-Paßstraße benutzen, die im Sommer häufig verstopft ist wie eine Großstadtstraße.

Um die Zufahrt zum neuen Tunnel schneefrei zu halten, wird auf der schweizer Seite die Zufahrtsstraße in einer Länge von 5,5 Kilometern, auf der italienischen Seite fast 10 Kilometer überdacht. Zehn Minuten wird die Tunnelpassage dauern; die Benutzungsgebühr soll für einen Wagen einschließlich Fahrer etwa fünf bis sechs Franken betragen.