S., Bonn

Den Sportlern aus der DDR, auch den Angehörigen der kleinsten Vereine, die zu einem simplen Sonntagsspiel in die Bundesrepublik reisen, wird an der Grenze von Ulbrichts Funktionären dessen Spalter-Emblem angesteckt: Hammer und Zirkel auf dem traditionsreichen Schwarz-Rot-Gold. Auf ihren eigenen Sportplätzen tragen sie es nicht; hier, im anderen Deutschland aber, haben sie es demonstrativ zu zeigen. So deckt sich mit der politischen Grenze auch die der politischen Hysterie. Die Parole lautet: Provozieren, wo und wie man kann, und auch beim Fußballspiel zeigen, daß es nach Ulbrichts Willen zwei Deutschlands gibt und weiter geben soll. Was tun? Verbieten wir den Sportlern mit ihrem Abzeichen bei uns aufzutreten, dann hat Ulbricht den gewünschten Vorwand, den Deutschen aus der Zone den Blick in die Wirklichkeit der freien Welt zu verbieten. Sehen wir über die Provokation hinweg, wird er sich sehr bald eine neue ausdenken und diese Kette nie abreißen lassen. Was also tun? Es ist eine schwere Entscheidung! Soviel aber ist in jedem Falle klar: Die Frage muß einheitlich für alle Bundesländer beantwortet werden. So wie es bisher ist: hier das Emblem verbieten und es dort tolerieren – so geht es nicht weiter.