"Du willst doch nicht etwa arbeiten?"

gru/Köln

Kommen Sie morgen früh. Dann kommen Sie gleich dran. In einer halben Stunde sind Sie wieder draußen."

Ich war um acht Uhr da. In der großen Werkhalle war niemand. Auf dem Hof pinselte ein Lehrling müde an einer Karosserie herum. Der Chef schaute auf die Uhr. "9000-Kilometer-Inspektion und waschen", erklärte ich ihm. Er blickte wieder auf die Uhr und dann mißmutig auf meinen Wagen.

"Es ist noch niemand da", sagte er. "Hoffentlich kommt noch jemand. Heute ist Samstag." Natürlich werde Samstagvormittag gearbeitet, hatte mir der Mann gestern erklärt. "Das kann man vorher nie sagen", meinte er jetzt. "Das kommt auf die Laune meiner Leute an. Aber ich hoffe doch sehr..."

Der Lehrling grinste und pfiff vor sich hin. Wir hofften bis 8.30 Uhr. Da erschien ein Mechaniker auf dem Hof. Der Chef begrüßte ihn freundlich. Der Mann nickte und begann dann ein Gespräch mit dem Lehrmädchen. Ob er heute arbeiten solle oder nicht, fragte er sie, "Ich will heute auch um elf Uhr gehen", meinte das Mädchen, Der Chef stand drei Schritte weiter vor einem Auto. Er betrachtete eine Beule in der Stoßstange. Er schwieg.

Es war 8.40 Uhr, Da kam der zweite Mechaniker, "Ich wollte nur einmal vorhersehen", begrüßte er seinen Kollegen. "Du willst doch nicht arbeiten?" – "Was sollen wir dann machen?" – "Gehen wir wieder nach Hause." Der andere lachte; "Gut, gehen wir wieder." Das Mädchen meinte sehnsüchtig: "Ihr habt’s gut."