Nicht nur "charity begins at home", möchte man Mr. Baer sagen. Auch mit der "moralischen Aufrüstung" soll man ruhig zu Hause anfangen!

Gustav Adolf Jörss, Hamburg

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Ist es Herrn Baer wirklich nicht bewußt gewesen, daß er mit seiner durchaus beachtenswerten Betrachtung uns zwei unpaare Stiefel verpassen will?

Die Frage nach der Absicht, aus der eine Rechtsverletzung geschieht, ist in den Rechtsordnungen aller zivilisierter menschlicher Gemeinwesen für de moralische Bewertung von ausschlaggebender Bedeutung. Die Antwort in unserem Falle ist eindeutig. Die US-Regierung hat in vollem Bewußtsein der Rechtswidrigkeit in rein pragmatischem Handeln sich des "Feindeigentums", des Vermögens, das Zivilpersonen mit feindlicher Staatsangehörigkeit gehörte, zu bemächtigen getrachtet. Die damalige Reichsregierung verfolgte mit ihren damaligen Maßnahmen keinen anderen Zweck, als die deutsche Währung zu schützen, indem sie versuchte, mit einer nur vorübergehend gedachten Beschränkung der Verfügungsgewalt der Gläubiger, Aus- oder Inländer, von Auslandsforderungen gegenüber deutschen Schuldnern dem weiteren Verschlechtern der Zahlungsbilanz durch das Stoppen weiteren Devisenabflusses entgegenzutreten.

Der Umstand, daß beide Maßnahmen den Endeffekt hatten, daß die betroffenen Personen an dem betroffenen Vermögen Verluste erlitten, darf nicht dazu verleiten, die dies verursachenden Maßnahmen als moralisch gleichwertig zu be- und verurteilen. Dr. Kurt Krüger, Frankfurt