Für die Pariser Börse haben sich die Regierungsdekrete über die regelmäßige Veröffentlichung der Umsatzzahlen der Gesellschaften, sowie der Zwang, die Zusammensetzung der Effektenportefeuilles aller notierten Unternehmungen zu veröffentlichen, bewährt. Wird die regelmäßige Veröffentlichung der Börsenumsätze hinzukommen, so können sich die an der Börse interessierten Kreise ein annähernd genaues Bild von der jeweiligen Situation machen. Diese Beobachtung ist besonders in der Ferienzeit wichtig, in der ein großer Teil der spekulativ interessierten Elemente der Börse fernbleibt.

Das Interesse für den elektrischen Großmaschinenbau und elektronische Werte hat nicht nachgelassen. In den nächsten fünf Jahren sollen 30 Mrd. NF zur Erneuerung der französischen Bewaffnung ausgegeben werden. Davon werden die Atomindustrie, Flugzeuge, Raketen und schließlich auch die klassischen Rüstungswerke profitieren. Zu ihnen gehören jetzt schon die für die NATO arbeitenden Hotchkiss-Brandt, die schnelle Raupenfahrzeuge herstellen, ferner Machines Bull, deren Betriebe sich dauernd erweitern und die angeblich im Herbst eine neue Kapitalerhöhung vornehmen sollen, sowie schließlich auch die Compagnie des Compteurs, die Zählapparate herstellen, für die Automatisierung arbeiten und in der Nuklearindustrie tätig sind.

Für das zweite Halbjahr, unmittelbar nach Ablauf der Ferienzeit, werden neue Kapitalerhöhungen erwartet. Auch bei Michelin, die ihre Auslandsorganisation schnell ausbauen und sich auf den Wettbewerb nach Frankreich umgesiedelter amerikanischer Reifenfabriken einstellen müssen. Gleichzeitig werden auch die zu mehr als 60 vH Michelin gehörenden Citroen-Werke ihr Kapital erhöhen.

Mehrheitskäufe durch ausländische Konzerne, die sich im europäischen Markt festsetzen wollen, werden bei den großen Warenhauskonzernen beobachtet. Auch sie dürften sich gegen fremde Einflüsse durch Kapitalerhöhungen wehren. Retlaw