Lange hat die Dortmund-Hörder Hüttenunion AG auf diesen Tag warten müssen. Aber jetzt ist sie endlich in der Lage, ihren Aktionären mitzuteilen, daß die Hohe Behörde der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl nunmehr den seit geraumer Zeit beantragten Erwerb der Aktienmehrheit der Hüttenwerke Siegerland AG genehmigt hat. Die Hüttenunion wird in diesen Tagen ihre Option auf ein Aktienpaket in Höhe von etwas über 50 vH des 46 Mill. DM betragenden Kapitals des Siegerländer Unternehmens ausüben. Der Übernahmepreis wird rund 36 Mill. DM betragen.

In einem Aktionärsbrief teilt die Verwaltung mit, daß damit eine eigentumsmäßige Verbindung zwischen zwei Unternehmen hergestellt werde, die sich in ihrer Produktion gegenseitig ergänzen. Zusammen mit dem langfristigen Vertrag, den die Hüttenunion mit der Hoesch AG beschlossen hat, ergebe sich eine wesentliche Verbreiterung des Erzeugungsprogramms, von der eine gute Rückwirkung auf die Geschäftslage erwartet wird. Gleichzeitig wird bekannt, daß das Unternehmen weiterhin die Übernahme des im Besitz der August-Thyssen-Hütte AG befindlichen Aktienpakets in Höhe von etwa 35 vH des Grundkapitals der Hüttenwerke Siegerland anstrebt. Über diese Transaktion war bereits ein Einverständnis unter der Voraussetzung erzielt worden, daß die Hohe Behörde den Antrag der August-Thyssen-Hütte auf Übernahme der Aktienmehrheit der Phoenix-Rheinrohr AG genehmigen würde. Die Thyssen-Hütte hat diesen Antrag inzwischen zurückgezogen, so daß für sie zunächst auch der Grund für die Abgabe ihres Siegerland-Pakets entfallen ist, aber die Hüttenunion – so wird erklärt – sei nach wie vor bemüht, dieses Vorhaben zu realisieren.

Ingrid Neumann