Es ist großartig, wie Iain Mäcleod, der englische Kolonialminister, und Dr. Hastings Banda, der Führer der Malawi Congress Party, sich mit Vernunft und gegenseitigem Vertrauen über die Zukunft Njassalands geeinigt haben. Und dies in einem Moment, in dem Ekstase, Haß und Zerstörungssucht die Beziehungen zwischen den Afrikanern und ihren ehemaligen Kolonialherren kennzeichnen.

Die Einigung bedeutet, daß beide Seiten entschlossen sind, eine allmähliche Überleitung auf das Ziel der vollen Unabhängigkeit zu betreiben. Von den 2,7 Millionen Afrikanern werden 100 000 das Wahlrecht haben, nämlich diejenigen, die lesen und schreiben können und die über ein gewisses Minimaleinkommen verfügen. Der Vertreter der 8800 Weißen, die zum Teil über großen Plantagenbesitz verfügen, Mr. Dixon, der auch an den Verhandlungen in London teilnahm, zeichnete sich ebenfalls durch Einsicht und Kompromißbereitschaft aus. Eine bewundernswerte Leistung aller Beteiligten vor dem chaotischen Hintergrund der Ereignisse im Kongo!

Wenn auch die zukünftige Entwicklung Njassalands damit in ruhige Bahnen gelenkt wurde, so hat Dr. Banda doch keinen Zweifel darüber gelassen, daß er gegen den bei den Afrikanern verhaßten Zusammenschluß der drei Teilgebiete Nordrhodesien, Njassa und Südrhodesien zu einer Föderation (von den Weißen zur Erreichung größerer Sicherheit gegen den Einspruch der Schwarzen 1953 gegründet) mit allen Kräften vorgehen werde. Wirkliche Ruhe wird es also auch im englischen Zentralafrika noch lange nicht geben. Dff.