Gegen den Bezugskurs von 250 vH für die neuen Aktien richtete sich in der Hauptversammlung der Actien-Gesellschaft der Gerresheimer Glashüttenwerke, vorm. Ferd. Heye, die Kritik des Verterters der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz und einiger Kleinaktionäre; sie schlug sich bei der Abstimmung über die Kapitalerhöhung in 30 500 DM Neinstimmen und 1500 DM Enthaltungen nieder. Aufsichtsratsvorsitzender von Ostmann begründete den Kurs mit dem großen Kapitalbedarf für die umfangreichen Investitionen, die wegen der Konkurrenz im Gemeinsamen Markt erforderlich seien und mit dem Hinweis, daß bei einem niedrigeren Ausgabekurs die Aufnahme fremder Mittel vorteilhafter gewesen wäre, weil Zinsen für Fremdmittel im Gegensatz zur Dividende von der Steuer abgesetzt werden können.

Den für die Dividende von 12 vH erforderlichen Betrag von 2,1 Mill. DM hielt der Vertreter der Schutzvereinigung bezogen auf den von der Verwaltung mit 235 (205) Mill. DM angegebenen Jahresumsatz im Vergleich zu anderen Gesellschaften, für sehr niedrig. Ostmann wandte sich gegen diesen Vergleich, stellte jedoch in Aussicht, daß Gerresheimer Glas grundsätzlich die bisher verfolgte Politik der kontinuierlichen Dividendenerhöhung fortsetzen wird.

Im 1. Halbjahr 1960 war die Geschäftsentwicklung sehr zufriedenstellend. Der Umsatz konnte in fast gleicher Progression wie 1959 um 15 vH ausgeweitet werden, die Betriebsanlagen sind bei erhöhter Leistungsfähigkeit voll ausgelastet.

Die Hauptversammlung billigte die vorgeschlagene 12-(11-)vH-Dividende auf 17,4 Mill. DM Stammaktien und 5,6 (4,8) vH auf 0,25 Mill. DM Vorzugsaktien und ebenso die Kapitalerhöhung um 5,05 Mill. DM auf 22,70 Mill. DM zum Kurs von 250 vH.

Den gewandelten Besitzverhältnissen Rechnung tragend – Ostmann bezeichnete die Owens Illinois Glass (Toledo/USA) als Majoritätsaktionär –, bestätigte die HV den vom Registerrichter als Aufsichtsratsmitglied eingesetzten Max Powell (Genf) in seinem Amt. V. D.