Wintershall-Obligationen 1959

Als ein mit dem Börsenwesen weniger vertrautes Wirtschaftwunder-Stiefkind stehe ich vor folgendem Rätsel:

Im September 1959 hat mir meine Bank etliche 5prozentige Wintershall-Obligationen von 1959 als empfehlenswerte Geldanlage verkauft. Daß diese Obligationen damals noch nicht zum Börsenhandel zugelassen waren, merkte ich erst später. Jetzt kommt mir die Bilanz von Wintershall zum 31. Dezember 1959 zu Gesicht. In ihr finde ich wohl die 5,5prozentige Anleihe 1958 mit 50 Mill. DM, nicht aber die 5prozentige Anleihe von 1959. Was geht hier vor?

Für eine kurze Erläuterung in der "Zeit" wäre ich dankbar. Dr. E. H., Stuttgart

Antwort: Hier liegt eine Verwechslung vor, denn bei den in Rede stehenden Anleihen handelt es sich einerseits um eine 5 1/2prozentige Anleihe der Wintershall-Aktiengesellschaft von 1958 im Gesamtbetrag von 50 Mill. DM, andererseits um eine 5-vH-Anleihe der Gewerkschaft Wintershall von 1959 im Gesamtbetrag von 40 Mill. DM. Es handelt sich also um Anleihen von zwei rechtlich völlig selbständigen, wenn auch kapitalmäßig verbundenen Unternehmen, die jeweils auch für sich allein bilanzieren. Es ist also richtig, daß bei der Wintershall-Aktiengesellschaft nur die 5 1/2-vH-Anleihe in der Bilanz erscheint, während in der Bilanz der Gewerkschaft Wintershall nur die 5-vH-Anleihe ausgewiesen wird.

Zum amtlichen Handel: Nicht nur die 5 1/2-vH-Anleihg der Wintershall-Aktiengesellschaft ist zum amtlichen Handel zugelassen, sondern auch die 5vH-Anleihe der Gewerkschaft Wintershall, und dies bereits seit Januar 1960. Im Kurszettel werden Sie auch das Entsprechende finden. Natürlich steht die Wintershall-Aktiengesellschaft unter "W", während die Gewerkschaft Wintershall in der alphabetischen Eingliederung unter "G" steht.