Von Wolfgang Ebert

Von der Beunruhigung unserer Öffentlichkeit wegen der nach dem Osten desertierten Bundeswehrangehörigen etwas angesteckt, fragte ich einen Mann, der es eigentlich wissen mußte, was die Bundeswehr eigentlich macht, wenn sie merkt, daß einer aus ihren Reihen getürmt ist.

"Zunächst schweigen wir und warten ab, bis er sich im Ost-Radio meldet, verstehen Sie?"

"Nicht ganz..."

"Wir wollen sicher sein, daß er auch wirklich drüben ist. Er könnte sich ja im Zug geirrt haben und in Paris gelandet sein."

"Gut. Er spricht also im Zonen-Radio über unsere Blitzkriegspläne – was nun?"

"Nachdem wir uns von einem leichten Schock erholt haben, beruhigen wir uns bei dem Gedanken, daß wir nun immerhin wissen, wo der Mann geblieben ist und daß er wohlauf ist. Er könnte sich ja was angetan haben."