FÜR jeden, der mit Architektur zu tun hat oder sich für Architektur interessiert –

Eberhard Schulz: "Zwischen Glashaus und Wohnfabrik" – Ein Leitfaden durch die zeitgenössische Baukunst; Carl Schünemann Verlag, Bremen; 256 S., viele Zeichn., 13,80 DM.

ER ENTHÄLT einen gescheiten Essay über die "Architekturrevolution und ihre Folgen" in den vergangenen vierzig Jahren, ein alphabetisch geordnetes Verzeichnis von Schlagwörtern und Problemen des "neuen Stils", eine Sammlung klug ausgewählter und geordneter Selbstzeugnisse und Zeitdokumente sowie eine Liste bedeutender Architekten mit den wichtigsten Daten.

ER GEFÄLLT, weil der Verfasser über das bloße Sammeln von Ereignissen und Tatsachen hinaus die zeitgenössische Architektur einer geistesgeschichtlichen Analyse unterzieht. Dabei beschränkt er sich nicht auf monumentale Bauwerke, er widmet sich ebenso dem Wohnhaus, der Fabrik, der Kirche, dem Städtebau. Was Schulz auf den 74 Seiten seines Essays loyal und zugleich kritisch dem Leser mitteilt, ist aus anderen, dickeren und teureren Büchern nur mit Mühe zu exzerpieren. Das handliche Buch regt an, es klärt, es ermutigt zu eigenem Urteil – nicht zuletzt, weil es in einem temperamentvollen, pointierten, klaren, kurzum: in einem ganz vorzüglichen Deutsch geschrieben ist. m. s.