Von Kurt Singer

Tempe, Arizona

Aldous Huxley, dessen düstere Zukunftsvisionen eine ganze Welt beunruhigt haben, ist dabei, ein – fröhliches Buch zu schreiben. Zwei Drittel des neuen Romans sind schon fertig. Thema ist wieder eine utopische Gesellschaft. In diesem Fall aber das Gegenstück zu derjenigen in der "Schönen neuen Welt" (jenem Buch, mit dem-Huxley einst alle Optimisten schockiert hatte).

Ob es diesmal nur Weiß und überhaupt kein Schwarz geben wird?

"Eigentlich nicht", sagte Huxley, "denn das neue Buch soll die ganze Fülle menschlicher Möglichkeiten umfassen ..."

Huxley ist ganz im Gegensatz zu dem Lärm, der durch seine brillanten Schriften entstanden ist, ein ruhiger Mann. Selbst in den kleinen Räumen des Arizona-Motels konnte man seine Worte zuweilen nur schwer verstehen.

Der Autor von "Schöne neue Welt" (und etwa zwei Dutzend anderen Büchern) saß bequem in einem niedrigen Sessel, die eindrucksvoll langen Beine ausgestreckt und die Füße übereinandergeschlagen. Er wartete darauf, daß sein Besucher etwas sagte.