Keine Fortsetzung eines berühmten Stückes – so heißt es im Untertitel einer Funckomödie von John Oudney (Radio Bremen). Nach dieser Belehrung weiß man sofort, warum das Stück "Zahnarzt am Scheideweg" genannt worden ist. Allerdings, wenn jemand G. B. S. – bekannt als schlechter Partner fürs Kirschenessen – so indirekt direkt bemüht, dann kommt er sehr schnell in den Verdacht, gern mit der gleichen Brühe begossen worden zu sein. Er ist es nicht. Oudney ist es schon deshalb nicht, weil er nur gummigepolsterte Pfeile verschießt. Wen die treffen, der ist mehr belustigt als verletzt.

Was aber das Amüsement angeht, so kommen wir bei diesem Komödchen nicht zu kurz. Das ist so recht etwas für verregnete Augustabende, an denen einen der Trübsinn plagt. Und ob man auch die Pointe der vom Autor angebahnten Entwicklung schon nach wenigen Szenen auf sich zueilen sieht – solch unfreiwilliger Weitblick mindert nicht das Vergnügen an den nahegelegenen Nettigkeiten von Dialog und Handlung. Oswald Döpke fand zu dieser Geschichte eines romantischen Zahnarztes, der seiner Praxis in die Südsee entflieht und dort – wieder praktiziert, von Anfang an das richtige Verhältnis. Er inszenierte mit Augenzwinkern. Das besonders Hübsche an der Geschichte aber: Man hatte endlich einmal bei einem Zahnarzt zu lachen. dree

Sport, wohin?

Es war ebenso verdienstvoll wie mutig vom NDR, so kurz vor den Olympischen Spielen in einer UKW-Sendereihe "Im Rücken des Siegers" (ZEIT, Nr. 33) Sport und Sportgeschäft zu untersuchen. Beim vierten und letzten Abend dieser Reihe beschäftigte sich Christian Ferber mit dem Sportler – in der Sendung vorher war das Publikum Objekt seiner soziologischen Untersuchung. Wie in den ersten Sendungen, war eine Anzahl fiktiver Interviews eingeschoben, die besser als manche lange Bemerkung Standpunkt und Standort des Sportlers deutlich machten – eine gute, auflockernde Übung.

Zunächst aber stellte Ferber, nicht ohne Bedauern, fest, daß der Sportsmann ("Er handelt zweckfrei") heute vom Sportler abgelöst worden sei. Gründlich untersuchte er den Unterschied zwischen Professional und Amateur. Eigentlich gesteht er nur einer Gruppe den Status des wirklichen Amateurs zu; sie ist zahlenmäßig die größte. Zu ihr gehören die Sportler, die noch am ehesten Sportsmänner im Sinne Ferbers sein könnten, nämlich alle die, die zum guten Mittelmaß zählen und nicht herausragen. "Sie halten, den Sport am Leben", meint Ferber; sie betrachteten noch; am ehesten den Sport als Ausgleich, Erholung, als Spiel. Die anderen Amateure – wie Tennisamateure von internationalem Rang und andere Sportler, die an internationalen Turnieren und Wettkämpfen teilnehmen – suchten indessen die Leistung, den Rekord. Die meisten wünschten dafür keine Bezahlung, auch nicht solche versteckter Art, sondern die Anerkennung der Gesellschaft. Sie sind hart arbeitende Spezialisten, wie sie in allen Berufen anzutreffen sind.

Wohin aber wird der Sport gehen? Christian Ferber ist zuversichtlich, daß der Sport einen neuen Weg finden wird. Voraussetzung sei aber: "Der Sport wird seine Struktur ändern, ändern müssen." – die

Alles für die Katz