Die Landesbank und Girozentrale Saar hat auch im letzten "Frankenhalbjahr" (1. Januar bis 5. Juli 1959) ihre Geschäftstätigkeit weiter ausgedehnt. Der Zuwachs an Einlagen, vornehmlich aber ein gutes langfristiges Geschäft ließen das Bilanzvolumen um 23 vH auf 92,7 Mrd. ffrs. anwachsen. Die langfristigen Ausleihungen stiegen um mehr als vier Zehntel auf 22,0 Mrd., das Emissionsvolumen – eigene 4,5- und 4prozentige steuerfreie Pfandbriefe und Kommunalobligationen – um 10,6 Mrd. auf insgesamt 28,1 Mrd. Demgegenüber ist das Interesse der Saarwirtschaft an kurz- und mittelfristigen Krediten in der Berichtszeit zurückgegangen, der Zahlungsverkehr hat sich auffällig vom Wechsel- bzw. Scheckinkassoverkehr zum Überweisungsverkehr verlagert.

Die HV beschloß aus einem Überschuß von 113,3 Mill. ffrs. eine Gewinnausschüttung von 6 vH auf das 500 Mill. betragende Stammkapital und den Rest für die Neufestsetzung der eigenen Mittel zu verwenden. Diese werden in der DM-Eröffnungsbilanz mit 15,6 Mill. DM ausgewiesen und erreichen nach Barzuführung von 5 Mill. DM zu dem Stammkapital, das sich damit auf 10 Mill. DM erhöht, 20,6 Mill. DM.

Das Institut hat als erste deutsche Bank in Frankreich eine Tochtergesellschaft gegründet, die Banque Franco-Allemande S. A., Paris, deren Hauptaufgabe es ist, auf dem Gebiet des bankmäßigen Zahlungs- und Kreditverkehrs den Warentausch zwischen Frankreich und dem Saarland zu fördern. Die Aktien wurden zu 100 vH selbst übernommen. Die Entwicklung der Landesbank nach der wirtschaftlichen Saareingliederung stand wiederum im Zeichen eines lebhaften langfristigen Geschäfts, während die erwartete Verlagerung vom Wechseldiskont- zum Kontokorrentkredit als Folge der stark unterschiedlichen Zahlungs- und Kreditgewohnheiten in Frankreich und Deutschland sich in vollem Umfange bestätigte. Auffallend sind nach Angaben des Vorstandes ferner die von 488 Mill. DM am Tage X auf 366 Mill. Ende Juni 1960 rückläufigen Gesamteinlagen, vornehmlich eine Folge des Abzugs der Guthaben der Sparkassen, die ihren Wertpapierbestand wesentlich aufstockten und der Mindestreserveverpflichtung bei der Bundesbank nachkommen mußten. W. G.