Nicht immer zur Freude der Opel-Fahrer hat die Adam Opel AG, Rüsselsheim, in ziemlich rascher Folge ihre Modelle verändert. Jetzt scheint man jedoch beständiger zu werden. Der letzte "Rekord" ist immerhin beinahe auf den Tag genau drei Jahre lang vom Band gelaufen. In dieser Zeit hat es bei ihm zwar Ergänzungen und kleine Verbesserungen gegeben, aber sein Gesicht hat er wenigstens behalten. Der Rekord war ein Erfolg und hat den Hauptanteil an der Dividende von 83 vH, die Opel für 1959 ausgeschüttet hat. Errechnet allerdings nach der amerikanischen Bilanz zierungsmethode, die weniger versteckt als das bisherige deutsche Bilanzierungssystem. Von dem letzten Rekord mit den Nebentypen Caravan, Lieferwagen und Opel 1200 wurden insgesamt 848 000 Stück gebaut und davon 447 000 Stück exportiert.

Der neue Rekord folgt dem Aussehen des "Kapitäns". Er hat also eine Linie, die in den letzten Jahren aufgekommen ist und die ihren Ursprung in Italien zu haben scheint. Der Grundtyp ist jetzt die viertürige Limousine; auch hier offensichtlich dem italienischen und französischen Vorbild folgend. Der neue Rekord ist in dieser Beziehung bequemer geworden. Und hier liegt ohne Zweifel seine Stärke. Er soll ein bequemes Gebrauchsfahrzeug sein – und nichts anderes, so wurde in Rüsselsheim bei seiner Vorstellung gesagt. Dieses Ziel wird unbedingt erreicht, nicht zuletzt mit Hilfe des unverändert gebliebenen äußerst elastischen 50 bzw. 55 PS-Motors (1,5 bzw. 1,7 Liter), der selbst schaltfaule Leute niemals in Verlegenheit bringt.

An den überall laut erhobenen Forderungen nach größerer Sicherheit ist Opel nicht vorübergegangen: Sicherheitswulst an der Armaturentafel, vertieft angebrachte Bedienungsknöpfe, endlich vernünftige Scheibenwischer, die das Mittelfeld der Panoramascheibe nicht ungesäubert lassen, Zweispeichenlenkrad mit vertiefter Nabe sowie automatische Feststellung des Beifahrersitzes, so daß die Rückenlehne beim Bremsen nicht nach vorn gedrückt werden kann.

Und der Preis? Er wurde bei allen Typen unverändert gelassen. Trotz steigender Löhne und Kosten. Aber auch trotz einiger jetzt serienmäßig vorgenommener Einbauten (Scheibenwaschanlage, Lenkradschloß usw). Auch hinsichtlich der Straßenlage hat man versucht, Verbesserungen vorzunehmen. Opel muß in dieser Beziehung gegen erhebliche Vorurteile kämpfen. Deshalb widmete man diesem Punkt besondere Aufmerksamkeit. Kurz und gut: die Federung ist verändert worden. Dazu Werner K. Strobel, stellvertretender Chefingenieur von Opel: "Es ist ein Federungskomfort erreicht, der in dieser Wagenklasse bisher nicht vorhanden war. Unsere Wagen zeigen keinerlei Nickschwingungen oder Schaukeln, und die Kurvenneigung liegt, wie genaue Messungen ergeben haben, völlig im Rahmen des üblichen!" Das nachzuprüfen, war auf einer kurzen Probefahrt natürlich nicht möglich...

Übrigens: Der neue Rekord soll auf mehrere Jahre unverändert bleiben, auch der jetzt laufende Kapitän, der Opel 1200 sowie der 1,9 T Opel-Blitz. Für die "Kapitän-Besitzer" also eine Beruhigung, die sie darüber hinwegtrösten kann, daß es jetzt auch einen "kleinen" Kapitän gibt, also die "Klassenunterschiede" nicht mehr so ins Auge fallen wie bisher. W. W.