K-a, Frankfurt

Die Frankfurter Stadtväter sind enttäuscht darüber, wie wenig Interesse Touristen und Bürger in neuerer Zeit den Museen entgegenbringen, die da täglich von 9 bis 18 Uhr für eine Mark Eintritt oder auch weniger ihre Tore offenhalten. Die Besucherzahlen gehen immer mehr zurück.

Die statistische Untersuchung erwähnt vor allem das Goethemuseum. Von 1951 bis 1954 stiegen die Besucherzahlen von 100 000 auf 130 000 jährlich an, aber nun werden es immer weniger Interessenten. Das alles trotz der wachsenden Größe der Stadt und der optimistischen Berichte über Frankfurt als "touristischen Anziehungspunkt erster Größe".

Für das Goethemuseum gäbe es nun ein ganz einfaches Rezept, Besucher zu locken. "Schafft mehr Parkplätze sagen die Leute vom Verkehrsverein. Sie wissen, wie oft dieser "internationale Wallfahrtsort" von den großen Tourenbussen angepeilt wird. Und doch steigt niemand aus. Man will den Fahrgästen den Fünf-Minuten-Anmarsch von dem Parkplatz "Frankfurter Hof" bis zum Großen Hirschgraben ersparen und fährt dann lieber weiter zum Kaisersaal, der ja schließlich auch eine Sehenswürdigkeit ist.

Zu Fuß pilgert man eben nicht mehr zu Goethe – und wenn es auch nur ein Marsch von fünf Minuten ist.