Th. Sommer: „Die Männer In Kennedys Generalstab“, ZEIT Nr. 31

Den stärksten Einfluß auf die sozialpolitische Entwicklung unter einer eventuellen Kennedy-Verwaltung würde zweifelsohne jener Mann ausüben, der für Kennedy die Steigbügel hält: Walter Reuther, der mit politischen Ambitionen geladene Führer der Gewerkschaft der Automobilarbeiter, Ein machthungriger, ehrgeiziger Charakter, der auch vor organisiertem Terror nicht zurückschreckt (Kohlenstreik) und jeden ihm hörigen Kandidaten finanziell unterstützt. Die Entrechtung der Arbeitermassen zugunsten der Gewerkschaftsführer kann im Falle eines Kennedy-Sieges mit Sicherheit vorausgesagt werden.

Genauso kann der zu erwartende außenpolitische Kurs einer Demokratischen Regierung unter Kennedy mit Präzision aufgezeichnet werden: Er würde die Züge der zittrigen Hand des ultraliberalen Adlai Stevenson tragen. Herr Sommer stützt sich auf Zitate aus Reden von Kennedy, vergißt aber, daß es Kennedy war, der nach dem Zusammenbruch der Pariser Konferenz in seiner Kritik an Präsident Eisenhower beanstandet hat, daß sich dieser bei Chruschtschow für die U-2-Flüge nicht entschuldigte. Weiterhin, daß ein Pariser Reporter zur Zeit eben dieser Konferenz ein Interview mit Stevenson veröffentlichte, in dem das außenpolitische Genie der Demokraten die Räumung, also Aufgabe von Berlin befürwortete.

Nur in einem Punkt mag Theo Sommer recht haben: Kennedy könnte sich zu einem zweiten F. D. Roosevelt entwickeln – genau das, was die Öffentlichkeit der freien Welt sowie die Mehrzahl der denkenden amerikanischen Wähler befürchten. Denn wir, die letzteren, wissen, daß, wenn 50 Cent per Steuer-Dollar, den wir heute zahlen, für Rüstungszwecke ausgegeben werden müssen und weitere 15 Cent für Zinsen an Staatsschulden, die die Republikaner geerbt haben, dies das verhängnisvolle Vermächtnis F. D. Roosevelts ist. Die Welt aber weiß heute, daß die Russen auf direkte Einladung Roosevelts mit den von uns gelieferten Jeeps in Europa nach Westen und in Asien nach Süden gerollt sind. Roosevelt mag geahnt haben, daß seine Generation „.. ein Rendezvous mit dem Schicksal“ hatte – war er es doch, der dazu beitrug, daß diese Generation in Yalta grausam vergewaltigt werden konnte.

Joseph F. Bauer, Cleveland (Ohio)

Walter Abendroth: „Weltgemeinschaft des Glaubens“, ZEIT Nr. 33

Ich möchte Ihnen hiermit meine Freude und meinen Dank zum Ausdruck bringen für den ausführlichen Bildbericht über den Eucharistischen Weltkongreß. Für alle, „die daheim blieben und doch dabei waren“, sind so herrliche Bilder natürlich besonders wertvoll. Aber auch die gesamte Gestaltung des Berichtes entspricht der überragenden Bedeutung des Weltkongresses. Nicht nur dem katholischen Leser, sondern wohl auch, jedem anderen hat dieser Bericht einen Eindruck hier von vermittelt.