Die Deutsche Dampfschifffahrts – Gesellschaft „Hansa“ in Bremen, die, nach der Tragfähigkeitstonnage gerechnet, mit gut 400 000 tdw hinter der Hamburg-Amerika Linie den zweiten Platz in der deutschen Flottenliste hält, erzielte im Geschäftsjahr 1959 ein vergleichsweise recht günstiges Ergebnis, wenn auch die Zahlung einer wiederum sechsprozentigen Dividende auf 15 Mill. DM Aktienkapital mehr oder weniger nur durch die außerordentlichen Erträge von 1,1 Mill. DM aus Schiffsverkäufen und durch eine Kürzung der Abschreibungen um rund 2 Mill. DM auf 19,8 Mill. DM möglich ist. Immerhin fuhr aber die Reederei trotz des weltweiten Überangebots an Schiffsraum mit 1,60 Mill. Tonnen rund 120 000 Tonnen Ladung mehr als im Jahr vorher. Sogar das Rekordjahr 1956 wurde im Frachtaufkommen noch um 60 000 Tonnen übertroffen. Allerdings wurde die Fracht zu gedrückten Raten gefahren. Die Frachteinnahmen wuchsen entsprechend nur um knapp ein Prozent. Da andererseits die Kosten spürbar zugenommen haben und durch eine Rationalisierung nicht voll aufgefangen werden konnten, war das Schiffahrtsbetriebsergebnis mit 32,9 (33,0) Mill. DM etwas schlechter. Es wurde ein Gewinn von wieder rund 0,9 Mill. DM erzielt. Rechnet man das Schifffahrtsbetriebsergebnis auf die beförderte Ladung um, so liegt es mit 20,5 DM je Tonne rund zehn Prozent unter dem des Jahres vorher und um nicht weniger als 50 Prozent unter dem des Jahres 1957.

Das Anlagevermögen der Reederei hat sich kräftig auf 236,2 (209,6) Mill. DM erhöht. Die Flotte ist hierin mit 204,3 (171,7) Mill. DM enthalten, nachdem sie durch fünf Einheiten einen Zugang von 50,7 Mill. DM erhalten hatte, wovon 16,5 Mill. DM über Abschreibungen gedeckt wurden. Die Tragfähigkeitstonne steht durch den Neuzugang jetzt mit etwa 600 DM gegenüber 570 DM in den beiden Verfahren zu Buch. Diese Ziffer zeigt die verhältnismäßig schlechte Wettbewerbsposition gegenüber der ausländischen Schiffahrt, die ihre Tragfähigkeitstonne zum Teil mit nur 100 DM zu Buch stehen hat.

Trotz der hohen Schuldenlast, die das Geschäft der Reederei spürbar beeinträchtigt, gab die „Hansa“ dieser Tage weitere sechs Frachtschiffe im Wert von etwa 70 Mill. DM in Auftrag, um den notwendigen Ersatzbedarf für überalterte Tonnage zu befriedigen. Wie der Aufragswert zeigt, wurde dieser Kontrakt zu günstigen Preisbedingungen geschlossen. Zu diesem Bauprogramm kommen noch drei weitere Schnellfrachter mit 12 000 tdw, die bereits im Berichtsjahr bestellt wurden und von denen einer im August dieses Jahres in Dienst gestellt werden konnte.

Die im Mehrheitsbesitz der DDG. „Hansa“ befindliche Atlas Levante-Linie mußte im Berichtsjahr einen kleinen Verlust von etwa 30 000 DM hinnehmen, obwohl die 14 Einheiten mit zusammen rund 70 000 Tragfähigkeitstonnen sowohl ausgehend als auch heimkehrend fast stets voll mit Fracht ausgelastet waren. Das Minus in der Gewinn- und Verlustrechnung ist also ausschließlich auf den Ratenverfall zurückzuführen: Immerhin scheint es, als ob der konjunkturelle Tiefpunkt in der Levantefahrt überwundenist. Sml