Das ehemals belgische Kongogebiet, das durch seinen Premierminister Lumumba und dessen widersprüchliche und verwirrende Handlungen mehr als je „interessant“ geworden ist und mit unsicherem Gefühl beobachtet wird, verlangt noch immer nach dem Wort „Chaos“. Es schlüpft leicht über die Zunge, und mancher wird skeptisch, sobald er es vernimmt. Was also tat sich und tut sich am Kongo? Das Fernsehen gab diesmal Antwort. „Des schwarzen Mannes Bürde nannte sich die Sendung, deren äußerer Anlaß das Eingreifen der UN-Truppen war. So entstand ein umfassender Bericht eines gescheiten Reporters (Werner Molsberger), dessen Interviews mit den wichtigsten Politikern des Kongo und der UN-Streitmacht das erbrachten, was nötig ist: Klarheit über Vorgänge, Ansichten, Ziele. Sein Bericht – außerordentlich sachlich und fundiert, aber vor allem erfrischend und eindeutig in der kritischen Beurteilung – begleitete einen Film (Klaus Möller), dessen Qualität nicht zuletzt einem einfallsreichen Schnitt (Ursula Reese) zu danken ist. All dies ergab eine vortreffliche, eine vorbildliche Fernsehreportage. m.s.

Erzwungen – doch echt

Alfred Andersch machte den „Tod des James Dean“ (Radio Bremen) zum Blickfang einer geschickten Montage. Dazu zerschnippelte er den Bericht des amerikanischsten der amerikanischen Schriftsteller, John dos Passos, über Leben und Tod des Teenageridols Dean („alles, was er sagte, war rauh, einfach rauh“) und füllte die entstehenden Zwischenräume mit Texten anderer amerikani-

Beratungsgeheimnis

H. M.: „Ein Brief aus New. York“, ZEIT Nr. 34

Zu Ihren Ausführungen über das Euthanasieverfahren im Jahre 1949, unter anderem gegen Professor Dr. Catel, teile ich Ihnen zur Vervollständigung mit, daß der damalige Beschluß des Landgerichts Hamburg von dem seinerzeitigen Senat unter Bürgermeister Brauer gebilligt worden ist. Die weisungsgebundene Staatsanwaltschaft hat keine sofortige Beschwerde eingelegt.

Ihre Behauptung, daß Landgerichtsdirektor Dr. Enno Budde das Verfahren gegen Nieland eingestellt habe, ist objektiv unrichtig. Der Einstellungsbeschluß trägt die Unterschrift von drei Richtern, die damals unter Vorsitz von Dr. Budde die Große Strafkammer 1 bildeten. Wie die drei Richter gestimmt haben, ist auf Grund des Beratungsgeheimnisses unbekannt. Das Oberlandesgericht hat den Beschluß des Landgerichts bestätigt.