Der Köhrer-Plan: Der Geschäftsführer der Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung, Dr. Köhrer, ging davon aus, daß 80 Prozent aller Behandlungsfälle Kosten nur bis zu 20 DM verursachen. Er wollte die Krankenkassen von diesen sogenannten Bagatellfällen, die erhebliche Verwaltungsskosten verursachen, entlasten und die freiwerdenden Mittel für eine allein den Arbeitnehmern zugutekommende Beitragssenkung einsetzen. Sein Verfahren:

1. Der Patient holt sich für eine Gebühr von 1 DM einen Krankenschein für eine erste Untersuchung. Der erste Weg zum Arzt bleibt fast kostenfrei, um die Verschleppung von Krankheiten zu vermeiden.

2. Wenn der Patient weiter behandelt werden muß, übernimmt er die ersten anfallenden Kosten für Heilbehandlung und Arzneimittel, und zwar bei einem Einkommen zwischen 200 und 400 DM bis zu 8 DM, bei höherem Einkommen bis zu 16 DM je Vierteljahr. Diese Begrenzung gilt sowohl für Alleinstehende als auch für Ehegatten, so daß der Ledige stärker belastet wird. Kinder sind von der Kostenbeteiligung ausgenommen. Die gezahlten Beträge werden von Arzt und Apotheker auf einer Leistungskarte quittiert.

3. Der Patient schickt die Leistungskarte seiner Krankenkasse und erhält von dieser einen Anschluß-Krankenschein. Von da an zahlt allein die Kasse.

Der Köhrer-Plan war 1958 lange in der Diskussion und fand anfänglich nur wenig Widerspruch. Später wurde er durch den Reformplan des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung in die Ecke gedrängt.

Die Krankensparkasse: Der Beitrag des Versicherten wird in zwei Teile gespalten. Der „Sparteil“ wird für jeden Versicherten auf einem Einzelkonto geführt. Er steht ihm zur Verfügung, um Krankheitskosten bis zu einer gewissen Höhe selbst zu bezahlen. Der „Versicherungsteil“ fließt hingegen in einen gemeinsamen Topf, aus dem die Kosten langer und schwerer Krankheiten abgedeckt werden. Hat der Betrag auf dem ersten Konto eine gewisse Höhe erreicht, braucht der Versicherte keinen „Sparteil“ mehr abzuführen. Hierdurch soll er an einer maßvollen Inanspruchnahme des Arztes finanziell interessiert werden.