DIE ZEIT

Gefahr in Berlin

Hinterher weiß man immer ganz genau, was falsch und was richtig war. So genau, daß man darüber die Realität der Alternative und des Zweifeins vor der Entscheidung ganz vergißt.

Rivalen im Kongo

Noch nie stand die UN vor einer so schwierigen Aufgabe. Ihr Auftrag: Ruhe und Ordnung im Kongo wiederherzustellen, ohne sich in die inneren Angelegenheiten einzumischen.

Des Kanzlers Präzedenzfälle

Der persönliche Referent des Bundeskanzlers, Ministerialrat Bach, wird am 1. Oktober für ein Jahr beurlaubt, um „zwischen der Parteileitung der CDU und dem Bundeskanzleramt den Bundestagswahlkampf zu koordinieren“.

Nachricht vom Dach der Welt

Auf schmalem Felspfad näherte sich von tibetanischer Seite eine Maultierkolonne jener Nathula-Grenze, die Indien vom „Dach der Welt“ trennt.

Nippons freundlicher Premier

Als Bundeskanzler Adenauer im März dieses Jahres ins Land der aufgehenden Sonne reiste, besuchte er auch den „großen alten Mann Japans“, den 82jährigen Shigeru Yoshida, der an der Spitze mehrerer Nachkriegskabinette gestanden hat.

Sand in der Achse Paris-Bonn

Selten konnte man in französischen Zeitungen soviel über die Bundesrepublik lesen wie in diesen Tagen. Allerdings handelt es sich dabei fast ausschließlich um kritische, wenn nicht gar feindselige Stimmen.

Zeitspiegel

Nairobi in Kenia ist zum Ausgangspunkt einer „akademischen Luftbrücke“ geworden: 250 ostafrikanische Studenten und Studentinnen werden von dort mit gecharterten Maschinen nach den USA fliegen, um an amerikanischen Universitäten Vorlesungen zu hören.

Warnungen aus England

Bisher gibt es kein Anzeichen dafür, daß die Engländer ihre ersten Reaktionen zur Berlin-Krise noch einmal überdenken wollen – trotz der kritischen Anmerkungen aus der Bundesrepublik.

Karl Jaspers:: Freiheit und Wiedervereinigung

Ich wiederhole: Was ich vorbringe, halte ich nicht etwa für das einzig Wahre. Ich bitte nur, es zu bedenken und zu prüfen. Meine Erörterungen stoßen auf den Widerstand eines Nationalgefühls.

Die roten Riesen streiten

Die Auseinandersetzungen zwischen Moskau und Peking haben sich in den letzten Wochen unzweifelhaft verstärkt. Während Anfang August die Sowjetführung sich noch darauf beschränkte, nur indirekt gegen Peking zu polemisieren (vor allem gegen die chinesische Auffassung, Kriege seien im gegenwärtigen Zeitalter unvermeidlich), ist nunmehr diese Vorsicht fallengelassen worden.

Schwarze Brüder...

In USA sind Negerorganisationen gegründet worden, die Sympathiekundgebungen für ein freies, unabhängiges Afrika veranstalten.

Art Buchwald:: Als Torwart bei „Liz“

Die Schauspielerin kam nach Rom in Begleitung ihres Mannes, Eddie Fisher, und ihres Arztes, Rex Kennemer. Man weiß, daß die Italiener den Sport lieben, aber man weiß auch, daß sie schöne Frauen noch mehr lieben.

Die Visionen de Gaulles

Immer, wenn sich General de Gaulle dazu entschließt, vor die Öffentlichkeit zu treten, erwartet Frankreich einen großen politischen Auftritt.

Berlin: Parteibuch allein genügt nicht

Während Westberlins Innensenator Joachim Lipschitz in Südamerika für seine Heimatstadt wirbt, Hände schüttelt und – wie die Hofchronisten berichten – seine Gastgeber durch vorzügliche Kenntnisse in der spanischen Sprache verblüfft, ist es in einem seiner zahlreichen Ressorts zu Spannungen gekommen.

Baden-Württemberg: Doppeltes Krankenhaus

Wenn es nicht einen dem ex machina in Gestalt des Regierungspräsidiums gäbe, so würden im nächsten Jahr in dem 40 000 Einwohner zählenden Schwäbisch Gmünd gleich zwei Krankenhäuser gebaut werden, ein Stadt- und ein Kreiskrankenhaus.

Baden-Württemberg: Zahltag am Los XVIII

Jenseits des Schildes „Ende der Autobahn“, fast am Rand von Neuenburg, führt ächzend ein Acht-Tonner-Büssing, Baujahr 1937, beladen mit insgesamt vierzehn Tonnen – teils Sonderaufbauten, teils Baumaterial.

Prozeß um Landser-Schwarten

Der Rechtsanwalt Dr. Gerhard Caemmerer zieht nur ungern die schwarze Robe an. Nicht, weil er sich in „Berufskleidung“ nicht wohl fühlt: Unter der Robe wird die weiße Nelke gedrückt.

Was bedeutete dieses Gedicht?

In der ZEIT Nr. 33 hatten wir nach Sinn und Bedeutung eines Gedichtes von Peter Rühmkorf gefragt und in einer Art interredaktionellen Dialogs versucht, Antworten zu finden.

Zeitmosaik

Auf den Festspielen in Edinburg, die bisher in diesem Jahr noch nichts auf die Bretter stellen konnten, was die Welt bewegt hätte, machte sich wie alljährlich ein Mangel an schottischen Stücken bemerkbar.

Ich denke mir ein Lesebuch

Ich gehe im Zimmer auf und ab, teils an meiner konkreten Bibliothek entlang, welche die eine der Wände einnimmt, teils abstraktermaßen und in Gedanken an meinen Erinnerungen entlang: Erinnerungen an besonders schöne Lesestellen, die mir im Gedächtnis haften, aber die ich nicht nachschlagen kann.

Der Dichter und die Mathematik

Ganz weiß war die Wüste, und er stapfte hindurch, die Hände düster in die Taschen gestoßen; wußte er doch, daß in Viertelstundenfrist die Großen Wasser am Horizont aufsteigen und alle Erde samt ihren Völkern vernichten würden – da zuckt man als Mann am besten die Achseln und geht noch ein paar Schritte entgegen.

Eine klassische Sportart

Zu den Sportarten, die nicht auf der Olympiade vertreten sind, gehört neben dem Kegeln das Abschießen. Das mag verwunderlich erscheinen, wenn man bedenkt, daß dieser Sport zu den ältesten, um nicht zu sagen: klassischen Übungen gehört und zweifellos schon betrieben wurde, als der Marathonlauf noch in seinen Kinderschuhen steckte.

Die Hammelsprunger

Gartenzwerge sind von simplen Dekorationsfiguren aus Vorkriegsgärten zu einem Symbol avanciert. Den Intellektuellen, den Philisterfeinden, den Linken und den Spöttern gelten die possierlichen Exportschlager als Sinnbild der ewigen Verlogenheit der bürgerlichen Ordnung und der neuen Verlogenheit des Wirtschaftswunders.

Mein Gedicht: Anakreons Grab

Es muß wohl schon an die 40 Jahre her sein, daß mir auf dem Bahnhof in Pforzheim blitzartig aufging, weshalb Hugo Wolf ausgerechnet die drei stillen Distichen Goethes zum Text eines seiner schönsten Lieder gewählt hat.

Verschnörkeltes Altösterreich

Als Fritz von Herzmanovsky-Orlando 1954 auf Schloß Rametz in den Meraner Weinbergen starb, wußte er noch nicht, daß es bald nachher in der deutschen Sprache – und nicht nur in ihrer österreichischen Spielart – ein Adjektiv „herzmanovskisch“ geben würde.

Krenek empfiehlt: Farbenlehre

Musikalische und schriftstellerische Doppelbegabung ist ja nichts Seltenes. Allerdings bleibt zumeist die „Schreibe“ eines Musikanten thematisch im Rahmen seines Fachs.

Ikarus mit Überschall

Aus Ovids „Metamorphosen“, aus Gustav Schwabs „Schönsten Sagen des Klassischen Altertums“ ist uns Ikarus so vertraut, als hätten wir selbst in unserer Jugend seinem Absturz beigewohnt.

Vorsicht mit Französisch

Dem Franzosen geht es wie uns. Sein mühsam erarbeitetes Schuldeutsch ist genauso seltsam wie unser Schulfranzösisch. In seinem Schulbuch existiert das Wort Junge gar nicht.

Kredite für die ganze Welt

Die Gouverneure der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds treten Ende September zu ihrer Jahrestagung in Washington zusammen.

John Kenneth Galbraith:: Der friedliche Wettbewerb

Der Harvard-Professor J. K. Galbraith ist einer der Berater des demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Kennedy. Die folgende Kritik an der amerikanischen Auffassung des Ost-West-Wettbewerbs ist ein Kapitel aus dem demnächst erscheinenden Buch von Galbraith „The Liberal Horn“.

Zwang zur Massenproduktion

Die westeuropäische Werkzeugmaschinen-Industrie hält noch zu sehr an individuellen, beinahe handwerklichen Produktionsverfahren fest.

„GATT mit uns“

Siebenunddreißig Länder haben das „AllgemeineZoll- und Handelsabkommen“, unterzeichnet (General Agreement on Tariffs and Trade oder GATT).

Die Sonntagsstille droht

Mit einem Lieblingskind der „schwarzen“ Sozialpolitik kommt die Bürokratie des Bundesarbeitsministeriums demnächst nieder. Der Entwurf einer Neuregelung der Sonntagsarbeit – sprich: ein weitgehendes Verbot derselben – wird in absehbarer Zeit der Öffentlichkeit vorgelegt werden, und die Novelle kommt – falls sie die rechtlichen Hürden nehmen kann – gerade noch rechtzeitig, um im Präsentkorb des Wahljahres überreicht zu werden.

Tiefgekühltes

Wer Tiefkühlkost kauft, kauft Zeit – man sollte meinen, daß die Hausfrauen sich diese Erkenntnis längst zu eigen gemacht hätten.

Zeitraffer

Ein Konsortium, dem u.a. die Ruhrkohlen-Beratung angehört, wird das Projekt für den Bau einer Kohlen-Pipeline aus dem östlichen Ruhrgebiet in den Raum Regensburg finanzieren.

Das Gas muß billiger werden ...

Werden wir in zwanzig Jahren elektrisch kochen? Und mit Öl heizen? Oder aber Herd, Heizung und Warmwasserbereitung mit Gas betreiben? Das ist in allererster Linie eine Frage des Preises.

Der Leser schreibt...

Seit über zwei Jahren hälfe ich bereits Ihre Zeitung und zwar besonders wegen des Niveaus des Wirtschaftsteiles. Manchmal scheint es mir allerdings, als drucken Sie ohne ernsthafte Kritik die Meinung der Großindustrie ab.

Institut mit Spezialaufgaben

Das Geschäftsjahr 1959 brachte für die Deutsche Landesrentenbank, die als gemeinnütziger öffentlicher Anstalt – der Träger ist der Bund – die Finanzierung der ländlichen Siedlung, der Eingliederung der vertriebenen Bauern und des Eigenheimbaus für die ländliche Bevölkerung obliegt, wiederum eine wesentliche Geschäftsausweitung, und zwar in der Hauptsache durch die Betätigung als Emissionsinstitut.

Auf Sonderfertigungen vorbereitet

Die zur Quandt-Gruppe gehörende Industrie-Werke Karlsruhe AG, die mit ihren Tochtergesellschaften nach dem Krieg ein weitgespanntes Produktionsprogramm von Werkzeugmaschinen über Erntemaschinen, Fahrzeugbau und Feinmeßwerkzeuge bis zu Spezialmaschinen aufgebaut hat, konnte zwar im Geschäftsjahr 1959 ihren Gesamtumsatz im Stammwerk weiter um 12 (i.

Wachstumsaktien in Österreich

Die Bilanzen der österreichischen Aktiengesellschaften von 1959 zeigen eine weitere Substanzanreicherung. Die Investitionen wurden fortgesetzt und oft noch sehr verstärkt, und sie wurden so gut wie ohne Ausnahme aus Betriebserträgnissen bezahlt.

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