Die protestantischen Angriffe gegen ihn häufen sich

Von Felix Morley

Washington, im September

Nur zweimal in der Geschichte der Vereinigten Staaten ist ein Katholik als Kandidat für das höchste Amt der Nation aufgestellt worden. Zum erstenmal geschah dies im Jahre 1928, als der New Yorker Gouverneur Alfred M. Smith Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei war. Und den zweiten Fall erleben wir im gegenwärtigen Wahlkampf, wo dieselbe Partei wieder einen Katholiken als ihren Kandidaten nominierte: John F. Kennedy, Senator aus Massachusetts.

1928 wurde Gouverneur Smith klar geschlagen von Herbert Hoover, einem Quäker. Heute ist der republikanische Opponent Senator Kennedys, Vizepräsident Nixon, wieder ein Quäker. Es waren die Quäker, die unter William Penn die Kolonie Pennsylvania gründeten, und seit jenen Tagen hat diese protestantische Sekte in den Vereinigten Staaten einen im Verhältnis zu ihrer kleinen Mitgliederzahl gewaltigen Einfluß.

Sorge vor Roms Zentralismus

Jetzt, da der 8. November, der Wahltag, näherrückt, brandet der Anti-Katholizismus in den protestantischen Südstaaten – der vor einer Generation dem Gouverneur Smith zum Verhängnis wurde – wieder heftig auf. Diese Entwicklung wird von den meisten Amerikanern bedauert, aber ihre Wurzeln sitzen tief.