DIE ZEIT

Duell vor 60 Millionen

Selbst Marylin Monroes provozierende Aufforderung in New York „Let’s make love zog am Abend des 27. September nicht mehr: am Broadway blieb jeder zweite Theaterstuhl frei.

Olympiade der Politiker

Dem amerikanischen Präsidenten unterlief in seiner Rede, dem ersten Höhepunkt der Vollversammlung, ein symptomatisches Versprechen: Er verwechselte „United Nations“ und „United States“.

Ein Köder für die Länder

Der Bundeskanzler und sein ebenso kampfesfroher Innenminister haben im Fernsehstreit mit den Ländern einen bedeutsamen Erfolg errungen.

Zeitspiegel

„Es gibt keine europäische Großmacht mehr. Wir können die christlich-humanistische Kultur Europas nur retten, wenn die europäischen Länder zusammenhalten und fest zusammengehen mit den Vereinigten Staaten.

Verfahren Oberländer

Die Bonner Staatsanwaltschaft hat nach etwa einjähriger, gründlicher Untersuchung das Ermittlungsverfahren gegen den früheren Bundesvertriebenenminister Professor Oberländer wegen dessen angeblicher Mitbeteiligung an Massentötungen in Lemberg im Sommer 1941 eingestellt.

Hauptangriffsziel: Willy Brandt

Schor einige Tage vor Beginn des traditionellen Jahrestreffens der jungen Mannschaft der CDU hatte ihr Vorsitzender, der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr.

Vor Beginn der Vollversammlung ...

10 Uhr 10: Polizeisergeant Ralph Dracon bindet sein Pferd „Augustus“ von einer der Holzbarrieren los, mit denen die First Avenue und das UNO-Gebäude am East River gegen Demonstranten gesichert sind.

Raoul Salan, der „Chinese“

Meine Freunde! Ich rufe euch zu: Vive la France! Vive l’ Algerie française!“ Er erhebt seinen Arm, grüßt und dreht sich um. Unter dem blauen Himmel von Algier steht General Salan vor einer erregten Volksmasse.

Das Land unserer Väter

„An Euer Ohr drang das Echo der Drohung, die ein feindseliger Mensch im fernen Westen in seinem Hochmut und im Vertrauen auf seine Macht gegen das Land unserer Väter und unsere Freiheit geschleudert hat.

Groß-Reinemachen

Dem allgemeinen Kehraus, den Oberst Mobutu im Kongo veranstaltet hat, sind auch zwei geheimnisvolle Persönlichkeiten zum Opfer gefallen, Lumumbas nächste Berater: Ein Weißer, der sich Serge Michel nannte (Inhaber eines Nansen-Passes), seit einigen Jahren in Tunis wohnhaft, wo Lumumba ihn auf der Rückreise von New York traf, mitnahm und zu seinem Pressechef machte.

Abschied von Marx

Der Kreml hat stillschweigend einen entscheidenden Bestandteil des Marxismus revidiert. Die Marxsche Lehre von der „zunehmenden Verelendung im Kapitalismus“ ist gestrichen.

Es bleibt bei Schuld und Sühne

Die große Strafrechtsreform ist jetzt in ein entscheidendes Stadium eingetreten. Die Absichten, Möglichkeiten und Grenzen dieser vieldiskutierten Reform zeigt im folgenden der Hamburger Generalstaatsanwalt E.

Die Krise in Laos

Revolutionen mögen im Kongo turbulenter, in Kuba blutiger, bei Kommunisten ideologisch fundierter sein, nirgends aber scheinen sie besser zu gedeihen als im hinterindischen Königreich Laos.

Afrikas Dank an Präsident de Gaulle

Für Frankreich und General de Gaulle, der der UN-Vollversammlung fernblieb, gestaltete sich die Aufnahme der ehemaligen französischen Kolonien Afrikas in die UN zu einem rechten Triumph.

Nordrhein-Westfalen: Strandgut der Großstadt

Es ist Sonntag früh neun Uhr. Um diese Stunde, da den meisten Bürgern nichts ferner liegt als der Gedanke an Arbeit, verläßt der Richter vom Dienst am Düsseldorfer Amtsgericht seine Wohnung in der Gewißheit, einen anstrengenden Tag vor sich zu haben.

Mark Brandenburg: Abschied von Rheinsberg

Rheinsberg ist eine kleine Stadt mit großem Namen. Der Alte Fritz und Kurt Tucholsky haben sie berühmt gemacht. Der preußische König durch einen längeren Aufenthalt (1736/40), der dem märkischen Flecken Rang und Gesicht gab; der Schriftsteller durch eine zauberhafte Liebesgeschichte, die besser für Rheinsberg warb, als tausend illustrierte Prospekte.

Schleswig-Holstein: Aufstand der Nackedeis

Es war im Juli vergangenen Jahres. Am Strand für Freikörperkultur in St. Peter-Ording stürmten damals zehn Hüllenlose auf einen Strandsegler los, der sich in ihr Reservat gewagt hatte, und bewarfen die Insassen mit nassem Sand.

Ein Denkmal

Der Steinhaufen neben der Straße von Hamburg nach Berlin am Dorfausgang von Neu Gülze im mecklenburgischen Kreis Hagenow ist keineswegs ein zufälliges Sammelsurium von Feldsteinen, wie man annehmen könnte.

Bücher, Bücher, Bücher...

Missa fuit! Diese Frankfurter Messe nämlich, seit langem sehr säkularisiert, aber dem Schöpfergeist doch noch näher als manche andere, kurz: die Buchmesse 1960.

Sind Musikschüler Freiwild?

Gewerbefreiheit ist eine schöne Sache – überall, wo das Wesen der in Frage stehenden Tätigkeit eben im „Gewerbe“ liegt. Begreiflicherweise gibt es Leute, die bestreiten, daß dies bei der Funktion des Musiklehrers der Fall sei, obwohl feststeht, daß die wenigsten Menschen, die dieser nervenstrapazierenden Arbeit obliegen, es aus zarter Sorge um die musikalische Ader ihrer Zöglinge tun: die meisten tun es ohne Zweifel, weil sie Geld verdienen müssen.

Nr. 40 vom 5. Oktober 1950: Diximus

Die Presse darf, sie soll und muß heute darüber schreiben – über sich selbst. Beileibe nicht, um sich zu verteidigen, nicht um pro domo zu reden, sondern einzig und allein, weil die Presse eine Angelegenheit der Öffentlichkeit ist! Noch stets, wenn die Presse geniert wurde, ist die Öffentlichkeit geniert worden; noch stets war Aufhebung der Pressefreiheit das Ende der Demokratie und Anfang der Gewaltherrschaft.

Abenteuer in München

Thomas Wolfes vergeblicher Versuch, die derbe Geselligkeit der Deutschen zu genießen

Berliner Festwochen: Halbzeit

Zehn Jahre bestehen die Berliner Festwochen jetzt. Die Kritik an der Einrichtung – wozu Festspiele nun auch noch in Berlin? – ist verstummt.

Schwarz am Zug

Auf die etwas beunruhigende Nachricht hin, unter den Zimmervermieterinnen der Bundeshauptstadt herrschten Rassenvorurteile, habe ich neulich eine Probe aufs Exempel gemacht.

Zeitmosaik

Zu den zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften, die in der Frankfurter Buchmesse Anlaß genug für besondere Bemühungen sahen, gehörte die wohl berühmteste literarische Zeitschrift der Welt: das Times Literary Supplement.

Erich Kästners Ehrung

Taucht in einer Versammlung von Eltern und Erziehern der Name Kästner auf, so gibt es sofort zwei Lager: Die einen berichten, daß die schon in ihrer Jugend zerlesenen Exemplare seiner Kinderromane daheim auf dem Bücherbord auf die nächste Generation warten.

Aus Leipziger Sicht

Das Vertrauen in die fruchtbare Vielfalt der Arbeitsweisen ist nicht eben die erste Tugend der deutschen Literaturwissenschaft.

Mein Gedicht: Auf einer Wanderung

Für mich gibt es so viele Lieblingsgedichte wie Lieblingslieder oder dito Komponisten. Fragt man einen Liedersänger darum, so muß der notwendig in arge Schwierigkeiten geraten.

Unsere Achillesfersen

Sperber ist ein philosophischer Kopf, ein politisches Temperament, ein scharfsinniger Erzähler, ein geschulter Psycholog, ein gelehrter Kritiker und entlaufener Schüler des Marxismus und Hegelianismus, er ist ein denkender Moralist, ein Menschenfreund, ein echter Liberaler des zwanzigster Jahrhunderts.

Die Träger der Macht

Je weniger aber der Großeigentümer, der Besitzer eines Mehrheitspakets, der Verwalter einer Aktienmehrheit noch die Aktiengesellschaft als „sein“ Eigentum, sein privates Eigentum ansehen kann, mit dem sich nach Belieben schalten und walten, das sich gebrauchen und mißbrauchen läßt, um so dringlicher wird die Frage, wer dann eigentlich in den Mammutunternehmungen die Macht in Händen hat und wer die Träger der Macht bestellt.

Das gehört der Vergangenheit an

Darum und derweilen aber vollzieht sich nun auch – am sichtbarsten in England – eine Unterwühlung des Eigentums im Innern. Eigentum – das hatte einmal die Bedeutung, daß der Eigentümer sein Eigenleben führen, eine Familie gründen und mit Sicherheit sein Vermögen Kindern und Kindeskindern hinterlassen konnte.

Die Vermögens-Zusammenballung läßt sich abbremsen

Damit wäre, soweit es in solch gedrängter Form überhaupt möglich ist, das Fazit aus den Verhandlungen gezogen, die von der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften – dem alten „Verein für Socialpolitik“ – auf der diesjährigen Tagung in Bad Kissingen zum Thema „Konzentration“ veranstaltet worden sind.

Monopole hüben und drüben

Auf der Jahrestagung der Deutschen Handelsvereinigung SPAR wurde die Nachfragemacht der freiwilligen Zusammenschlüsse als eines der aktuellsten wirtschaftspolitischen Themen bezeichnet.

Kanada sucht Exportmärkte

Die Bundesrepublik ist nach und nach zu einem wichtigen Kunden für Kanada geworden. Um so aufmerksamer verfolgen kanadische Geschäftsleute und Regierungsstellen das Entstehen des Gemeinsamen Marktes in Europa und alle Anzeichen, die über das weitere Schicksal des deutsch-kanadischen Handels Aufschluß geben könnten.

Zeitraffer

Der Kampf zwischen den Automobilerzeugern um den Absatz hat auch in der Schweiz schärfere Formen angenommen. Die Schweizer Vertreter der tschechoslowakischen Skoda-Werke bieten den Käufern eines Wagens eine Gratis-Flugreise nach Prag und einen Aufenthalt in der Tschechoslowakei an.

Der Leser schreibt...

Die deutsche Umsatzsteuer wird bekanntlich auf jeder Stufe des Wirtschaftsablaufs erhoben; sie ist als Mehrphasenumsatzsteuer sowohl vom Erzeuger als auch vom Großhandel und Einzelhandel zu zahlen.

Börsen sehen auf die UNO

In den letzten Tagen war man in den Börsensälen wieder „unter sich“. Die deutsche Bankenkundschaft, soweit es sich um Daueranleger handelt, hat sich durch die teilweise beträchtlichen Kursschwankungen bei den Aktien nicht beunruhigen lassen, um so weniger natürlich, als sich immer wieder zeigte, daß an schwachen Tagen die Rückkaufsneigung des Berufshandels recht beträchtlich wurde und auch Teile des Auslandes auf Basis der niedrigen Kurse wieder „einstiegen“.

Londoner Börse: In guter Hoffnung

Auf den Londoner Aktienmärkten wurde die unregelmäßig aufwärtsgehende Tendenz, mit freundlichem und starkem Grundton, beibehalten.

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