Die Voraussage des Bundeswirtschaftsministeriums, daß die Saar dank zollfreier Importe aus Frankreich, ein Niedrigpreisland werde, hat sich bis heute zwar noch nicht erfüllt. Das Saarland ist aber auch nicht mehr das teuerste Bundesland. Die billigen, weil zollfrei eingeführten französischen Waren werden sich dann-besonders günstig auf das saarländische Preisniveau auswirken, wenn es gelingen sollte, die gegenwärtig noch zu weniger als 75 Prozent ausgenutzten Freikontingente (jährlich 1,5 Milliarden DM) vollständig auszuschöpfen.

Die Zollbefreiung kann sich, wenn sie in vollem Umfange weitergegeben wird, belebend auf den französisch-saarländischen Warenaustausch auswirken. Ein Beispiel dafür ist die Einfuhr französischer Personenwagen im Saarland, die trotz der starken Konkurrenz der deutschen Automobilindustrie einen großen Umfang hat. Seit dem Tag X wurden im Saarland unter anderem zugelassen: 6442 Volkswagen, 2656 Opel-Rekord und 1084 Fordwagen; ferner 2814 Renault-Personenwagen und 1827 Peugeot-Personenwagen.

Der Marktanteil der französischen Automobile ist also beachtlich. Maßgeblich für diese Entwicklung sind vornehmlich der gut ausgebaute Service der Franzosen im Saarland und die vergleichsweise günstigen Preise für französische Wagen, die bis 1000,– DM billiger zu haben sind als im übrigen Bundesgebiet. Die Zollfreiheit kommt nur Saarländern zugute. Ein Weiterverkauf etwa in das übrige Bundesgebiet ist erst nach einem weiteren halben Jahr möglich. W. G.