Wie die Jungpioniere politisch geschult werden

an., Berlin

Was ein richtiger "Jungpionier" ist, der hat auf seiner weißen Bluse bald keinen Platz mehr für die vielen Abzeichen, die er erwerben soll. Daß er das Abzeichen "Für gutes Wissen in der Schule" (mit Jahresspange), das "Touristen-Abzeichen", das "Pionier-Sportabzeichen", die "Goldenen Schneeschuhe" und den Goldenen Sputnik mit rotem Stern" auf seiner weißen Bluse trägt, versteht sich fast von selbst. Bald kann er sich wieder eine neue Nadel anstecken: den Blauen Sputnik".

Ihn zu "erkämpfen" ist das Ziel der "Pionierarbeit" im gerade begonnenen Schuljahr 1960/61. Denn: "zu einem richtigen Jungpionier gehört das Sputnikabzeichen. Du bekommst es, wenn Du die Aufgaben erfüllst, die wir Dir aufgeschrieben haben."

"Wir" – das sind die " Jugendfreunde vom FDJ-Zentralrat, die die "Perspektivpläne" für die Kinderorganisation mit ihren 1,5 Millionen Mitgliedern aufstellen und ihre Tätigkeit an den mitteldeutschen Schulen lenken. Die "Jugendfreunde" sind geschickte Psychologen. Das zeigt das "Stufenprogramm für Jungpioniere", das zum Schuljahrsbeginn veröffentlicht wurde.

Über die Aufgabe der "1. Pionierstufe", der sechs- bis siebenjährigen Schulanfänger, heißt es da:

"Schneide eine weiße Friedenstaube aus und klebe sie auf Pappe, trage sie zur Demonstration ... Lerne mit Deiner Gruppe das Lied von der kleinen weißen Friedenstaube. Macht mit dem Lied Eurer Patenbrigade eine Freude. Male ein schönes Bild und schenke es sowjetischen Pionieren zum Internationalen Kindertag."