Wirtschaft

Entfremdung aufgehoben

Von hier aus wird abermals deutlich, daß durch die Weiterentwicklung des Kapitalismus, daß gerade, durch die Großtechnik im Großkonzern die von Marx für seine Zeit mit Recht festgestellte „Entfremdung" weitgehend aufgehoben ist.

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DIE ZEIT

Harte Antwort an Ulbricht

Papierene Proteste genügten nicht mehr. Es war höchste Zeit, daß die Bundesregierung Ulbrichts Provokationen mit einer Gegenaktion beantwortete.

Nikita vor der Mauer

In immer rascherer Folge wechseln im Fortsetzungsdrama von New York die Szenen, die Stars, sogar die Handlungsfäden. Nur der Bösewicht des Stücks, das da unter der goldblauen Kuppel im Saale der UN-Vollversammlung über die Weltbühne geht, ist nun schon über zwei Wochen lang derselbe geblieben: Nikita Chruschtschow, der Herr aller Reußen und der meisten Kommunisten.

Integration à la carte

Just in dem Augenblick, da besorgte Politiker und Militärs Auflösungstendenzen innerhalb der NATO oder zumindest ihres gemeinsamen Führungs- und Befehlsapparates zu erkennen glauben, hat in Heidelberg ein neuer integrierter Stab seine Arbeit aufgenommen: CENTAG, die Central Army Group, die dem Befehlshaber der NATO-Landstreitkräfte in Mitteleuropa, dem General Speidel, unterstellt ist.

Die CDU schwenkt ein

Nach manchen Irrfahrten scheint die Regierungsmehrheit nun endlich auf dem richtigen Wege zu einer praktikablen Notstandsgesetzgebung zu sein.

De Gaulles Wunschzettel

Der französische Ministerpräsident Debré und Außenminister Couve de Murville werden am 7. und 8. Oktober zu Besprechungen mit Bundeskanzler Adenauer und Außenminister Brentano erwartet.

Kleine Annonce mit großer Wirkung

Jedermann, der mit der schwarzen Kunst des Druckgewerbes zu tun hat, erinnert sich gewisser klassischer Druckfehler, die die jeweils Zuständigen vom Hofmarschall (der Knorprinz statt der Kronprinz) bis zur NS-Gauleitung (des Führers furchtbare statt fruchtbare Anregung) in Verzweiflung versetzten.

Zeitspiegel

In den Korridoren des UN-Gebäudes in New York wird kolportiert, Chruschtschow habe im Sommer bei der Bukarester Konferenz der Ostblockstaaten einen harten Zusammenstoß mit dem Pekinger Delegierten gehabt.

Zerfall der Labour Party?

Düstere Stimmung herrscht in der zieratüberladenen Versammlungshalle zu Scarborough, einem ostenglischen Seebad, in der am Montag der jährliche Parteitag der Labour Party eröffnet worden ist.

Wachhund im Weltforum

Auf dem Podium an der Stirnseite des kühlen Domes, der die Vollversammlung der Vereinten Nationen beherbergt, stand eine Urne; vor ihr stand die urige Figur des Nikita Chruschtschow.

„Politische Freiheit ist nicht teilbar“

Ein Gespräch mit Jaspers wird dadurch überaus erschwert, daß sich in seinen Ausführungen Tatsachenbehauptungen und Werturteile, Geschehnisse und Deutungen, Traum und Wachsamkeit in einem schier unentwirrbaren Gemenge befinden.

Entspannung durch Einheit

1. Sie bedeuten den Verlust Berlins an den Kommunismus, weil Berlin auf die Dauer in der Zweiteilung Deutschlands nicht gehalten werden kann.

Die Rechnung des Kremls

Professor Jaspers hält die Wiedervereinigung in Freiheit nicht für erreichbar. Er meint, Freiheit ohne Wiedervereinigung habe die größere Chance, um den Menschen in Mitteldeutschland – Jaspers nennt es bereits Ostdeutschland – das kommunistische Joch abzunehmen.

Demonstrationen gegen de Gaulle

Es gibt auch in Frankreich die "Intellektuellen der heimatlosen Linken"; es gibt ihrer dort mehr als anderwärts. Da ist Jean-Paul Sartre der existentialistische Philosoph und Dramatiker, der den Richtern im Jeanson-Prozeß aus sicherer Entfernung schriftlich erklärte: "Die Linke ist ohnmächtig und wird es bleiben, solange sie ihre Kräfte nicht mit der einzigen Kraft vereinigt, die heute gegen den gemeinsamen Feind der algerischen und der französischen Freiheit kämpft.

Berlin.: Der blaue Sputnik

Was ein richtiger „Jungpionier“ ist, der hat auf seiner weißen Bluse bald keinen Platz mehr für die vielen Abzeichen, die er erwerben soll.

Die „Gotteslästerer” von Göttingen

Zwanzig Minuten vor Beginn der Verhandlung mußte der Saal geschlossen werden, so stark war der Andrang der Studenten. Manche von ihnen schienen geradewegs den Kellern von Saint-German-des-Pres entstiegen zu sein: Cäsarenschnitt oder Bubikopf, enge Nietenhosen und Slacks, weite grobgestrickte Pullover und Lederjacken.

Hessen: Venus auf Abwegen

Wenn eine Venus heimlich auf Reisen geht, raufen sich die Verlassenen die Haare. Ist sie eines Tages wieder da, plötzlich, vielsagendschweigend, möchten ihre Verehrer so vieles fragen.

Tausend Tage ohne Telephon

Jüngst habe ich in kleinem Kreise ein Jubiläum gefeiert: tausend Tage ohne Telephon. Vor über drei Jahren hatte ich es beantragt.

Ostberlin: Schokolade nicht erwünscht

Frau Lesser-Reichwald aus Berlin-Halensee, Joachim-Friedrich-Straße 26, hatte es gut gemeint. Sie hatte kürzlich in England eine Bekannte gesucht, die im Gespräch erwähnte, sie habe einen Bruder in Ostberlin.

Nr. 41 vom 12. Oktober 1950: Dean Acheson über die UNO

Die freien Nationen zu stärken, ist an sich noch keine Methode, die Differenzen mit den sowjetischen Führern beizulegen. Dies ist nur ein Weg – und zwar der einzige Weg –, um zu verhindern, daß diese Differenzen auf Grund unseres Versagens beigelegt werden.

Verschlimmbessertes Liebesleben

Schon der Einband trägt die rote Farbe des Alarms, der Titel sucht zu provozieren, und der Inhalt ist ganz gewiß geeignet, aus sanfter Seelenruhe aufzuscheuchen.

Unser Seller-Teller September 1960

Auffallend und so eindeutig wie nur möglich heben sich in diesem Seller-Teller die fünf bestverkauften Bücher des Monats von den etwa fünfzig anderen gutverkauften ab.

Der Snob ist an allem schuld

ist es – der Snob. Aus dem ästhetischen und sozialen Begriff hat Seewald einen moralischen, ja theologischen Begriff gemacht.

Was heißt „Pointillismus“?

Pointillismus heißt Punkt-um-Punkt-Malerei, Tachismus Fleckenmalerei. Der Pointillismus ist ein alter, historischer Ismus und der Tachismus ein neuer, noch nicht historischer, aber schon ein bißchen antiquierter Ismus.

Verschobene Kontinente

Mancher mag es ja schön finden; aber ich konnte die widerliche Majestät der Alpenlinie nur mit Achselzucken betrachten: zu viel Stifter! Auch die feinen Funken, die ab und zu in den blaugrünen Wänden aufleuchten, versöhnten mich nicht: gebt mir Flachland, mit weiten Horizonten (hier steckt man ja wie in einer Tüte!); Kiefernwälder, süß und eintönig, Wacholder und Erica; und an der Seite muß der weiche staubige Sommerweg hinlaufen, damit man weiß, daß man in Norddeutschland ist.

Ein Ereignis in der Literatur

„Harry Mulisch hat in seinem neuesten Roman Grenzen überschritten, allgemein anerkannte Grenzen menschlicher Erfahrung, Grenzen, die dem zivilisierten Menschen gesetzt sind, Grenzen der in sich selbst eingeschlossenen, gefangenen und in Ketten gelegten Persönlichkeit – und schließlich die Grenzen des traditionellen Romans.

Verschmähte Liebe

Die Stadt München hat vom Stadtrat des israelischen Sektors der Stadt Jerusalem eine moralische Ohrfeige bekommen. Unter dem Eindruck „gewisser Vorkommnisse“ um die Jahreswende 1959/60 hatte der Münchner Stadtrat spontan einen Vorschlag aller Parteien angenommen, mit Israel Verbindung aufzunehmen, um einen Austausch kultureller Veranstaltungen einzuleiten.

Zeitmosaik

Zusammenarbeit in der Forschung, ein internationales wissenschaftlich-technisches Institut und eine atlantische oder europäische Universität empfehlen zwölf führende Wissenschaftler aus den NATO-Ländern in einer am letzten Wochenende veröffentlichten Schrift.

Mein Gedicht: Schleierkraut

Das Gedicht von Gottfried Benn traf mich verhältnismäßig spät, es hat mich auch nicht beeinflußt. Aber bis zum heutigen Tage begleitet es mich ständig mit dem Raunen und Flüstern eines großen Abgesangs – im Grunde sind fast alle Gedichte von Denn Abgesänge – wie die gewaltige Beschwörung eines Magiers mit dem Mittel des einfachen, scheinbar sinnlosen Wortes „Schleierkraut“, das unglaublich assoziativ wirkt und Kettenreaktionen von Vorstellungen, Träumen, Bildern auslöst.

Automarkt der Saar

Die Voraussage des Bundeswirtschaftsministeriums, daß die Saar dank zollfreier Importe aus Frankreich, ein Niedrigpreisland werde, hat sich bis heute zwar noch nicht erfüllt.

Soziologische Aspekte der Konzentration (III): Ein „westdeutsches“ System?

Das Fazit unserer Betrachtung über die „Unterwühlung des Eigentums“ scheint mir eindeutig. Im 19. Jahrhundert verlieh das „heilige“ Eigentum einige wirkliche Macht und darum konnte auch das Schlagwort von der „Expropriation der Expropriateure“ zu einer zündenden Parole, zu einem einigenden Kampfruf der Arbeiterklasse werden.

Konzentration ist sogar wünschbar

Daraus ergibt sich die ganz eindeutige Folgerung: Konzentration ist nicht nur unvermeidbar, sondern verstärkte Konzentration ist wünschbar, ist erforcerlich.

Streit um Kompetenzen

Die Verhandlungen über die den Europäischen Wirtschaftsrat (OEEC) ablösende neue westliche Wirtschaftsorganisation – offiziell „Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklungshilfe“ (OECD) genannt – sind Mitte September mit viel Eifer, aber ohne große Begeisterung wiederaufgenommen worden.

Die große Herausforderung

Bonn wird schon zahlen“ – Eine Prioritäten-Liste der deutschen Aufgaben in den Entwicklungsländern

Auf der Anklagebank

Auf der Jahresversammlung des Internationalen Währungsfonds (IWF) stand die Bundesrepublik im Mittelpunkt der Diskussionen. Die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich hielten mit ihrer Kritik gegenüber den deutschen Zahlungsbilanz-Überschüssen nicht zurück.

Bremse und Gaspedal

Gegensätzliche Konjunktur in den USA und Europa, dort Arbeitslosigkeit, hier Arbeitskräftemangel

Haushalt ohne Wahlgeschenke?

Der Haushaltsentwurf für 1961 enthält keine Wahlgeschenke. Auf diese Feststellung legte der Bundesfinanzminister in seiner Etatrede vor dem Bundestag besonderen Wert.

Werbung im Lichte der Kritik

Interwerba 3 heißt die internationale Werbearbeitstagung, die vom 6. bis 8. Oktober in Hamburg stattfindet, bei der sich Werbefachleute, Publizisten, Wirtschaftler und Verbraucher aus England, Holland, den nordischen und anderen europäischen Staaten zum Hauptthema „Werbung im Lichte der Kritik“ äußern werden.

Wie nicht anders zu erwarten war...

Für 7,5 Millionen Rentenempfänger ist jetzt wieder einmal, nach dem aus dem Jahre 1957 stammenden Gesetz über die Rentenreform, die Entscheidung fällig, ob und in welchem Maße ihre Bezüge – die sogenannten Bestandsrenten – der Höhe der Neurenten angepaßt werden sollen.

Wer wird das bezahlen?

Eine weitere Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Arbeiter im Krankheitsfalle gehört seit einigen Tagen zu den festen Zusagen, die die CDU/CSU ihren Wählern gegeben hat.

Lohnerhöhung Arm in Arm

In denkbar bestem Einvernehmen haben die Tarifpartner des westdeutschen Steinkohlenbergbaus ihre Lohnverhandlungen zum Abschluß gebracht.

Hoffend auf den Brückenschlag

Wie man in der Londoner City zu wissen glaubt, hält die britische Regierung trotz der kürzlich von den Commonwealth-Wirtschaftsministern erhobenen massiven Einwände an der Hoffnung fest, daß es ihr gelingen werde, schon in absehbarer Zeit zu einem befriedigenden Arrangement mit der EWG zu kommen.

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