Auffallend und so eindeutig wie nur möglich heben sich in diesem Seller-Teller die fünf bestverkauften Bücher des Monats von den etwa fünfzig anderen gutverkauften ab. (Oder eigentlich sind es sechs: Ilona, immer noch rüstig, folgt den ersten fünf dicht auf den Fersen.) Kaum ein Buchhändler, der nicht wenigstens drei von ihnen genannt hat; und von den vierzehn befragten nur einer, der "Spectaculum III" nicht in seine Liste aufgenommen hatte.

Der Suhrkamp-Verlag hat ein gutes Maß Geistesgegenwart bewiesen, als er den unerwartet großen Erfolg des ersten Spectaculum-Bandes, eines zunächst noch ahnungslosen und versuchsweisen Vorstoßes ins Neuland der dramatischen Anthologie, nicht einfach verrauchen ließ. Hier ist nun schon die dritte Folge – und wie man sieht, ergeht es ihr nicht schlecht.

Die fünf Seller-Teller-Titel sind diesmal auch thematisch besonders ausgewogen: eine Anthologie, eine historische Untersuchung (Friede II), die so geschrieben ist, daß man auch außerhalb der bücherbestandenen, bücher-isolierten Seminarwände gern Notiz von ihr nimmt, eine Kurzgeschichtensammlung (D. H. Lawrence), die wie jedes halbwegs interessante "Buch der Neunzehn" von vornherein die größten Chancen hat, ein Sachbuch (Schneider), das seinen Erfolg der Werbestrategie des Verlages mindestens ebenso sehr verdankt wie seinem Thema, und schließlich, immer wieder herbeibeschworen, der Roman eines deutschen Zeitgenossen (Andersch).

Eine ganze Reihe von Herbstbüchern, denen eine große Karriere prophezeit wurde, steht freilich noch aus; "Lady Chatterley" zum Beispiel wird uns brünstig noch bis zum November warten lassen. Und welche Debütantin vom Publikum zur Königin des Bücherkarnevals 1960/61 erkoren wird, ist immer noch so ungewiß wie zuvor. D. E. Z.