Das Wort Pointillismus kommt von point = Punkt – so wie Tachismus von tache = Fleck.

Pointillismus heißt Punkt-um-Punkt-Malerei, Tachismus Fleckenmalerei. Der Pointillismus ist ein alter, historischer Ismus und der Tachismus ein neuer, noch nicht historischer, aber schon ein bißchen antiquierter Ismus.

Der Tachismus bedeutet ein Äußerstes an Freiheit oder Disziplinlosigkeit oder Spontaneität oder Temperament oder Subjektivität oder Unbewußtheit.

Der Pointillismus bedeutet von all dem das Gegenteil.

Auch im Tempo des Malens unterscheiden sich die beiden Ismen. Das tachistische Bild (tachy, griechisch = schnell) entsteht in Stunden, Minuten oder Sekunden.

Georges Seurat (1859 – 1891), der Erfinder des Pointillismus, brauchte für ein Gemälde normalerweise ein Jahr, manchmal etwas mehr, manchmal etwas weniger.

Ivo Hauptmann (geboren 1886), der letzte – deutsche – Pointillist, gesteht freimütig, er habe nach dem Ersten Weltkrieg den Pointillismus aufgegeben, weil er sich unter den schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen eine so zeitraubende Technik nicht mehr leisten konnte. Warum pünktelt der Pointillist? Aus Gründen einer streng wissenschaftlich orientierten und logisch durchdachten Theorie.