FÜR alle, bei denen sich die Sehnsucht, doch auch mal "was Gutes" (und was ist das denn eigentlich?) zu lesen, mit einer leichten Angst vor "Klassikern" verbindet –

E. T. A. Hoffmann: "Fantasie- und Nachtstücke"; Winkler-Verlag, München; 824 S. auf Persia-Bibeldruckpapier, 22,80 DM.

ES ENTHÄLT die bekannten "Kunstnovellen", wie Jean Paul sie genannt haben wollte – darunter also "Der goldene Topf", "Das Majorat", "Das Gelübde" und all die "Kreisleriana" – mit den Illustrationen von Theodor Hosemann mit Anmerkungen von Wolfgang Kron, mit einem Nachwort von Professor W. Müller-Seidel.

ES GEFÄLLT, weil damit ein Anfang gemacht sein soll für eine umfassende Ausgabe der Werke des Autors, den Georg Lukács mit gutem Grund (neben Goethe und Heine) zu den drei deutschen Dichtern von europäischer Geltung zählte; weil diese Ausgabe in der nun schon bewährten Tradition dieses Verlages elegant zu werden verspricht, handlich, zur Lektüre einladend und dennoch textkritischen Anforderungen standhaltend; falls nämlich die anderen vier Bände ähnlich gut gelingen wie dieser erste (vorgesehen sind: II. Die Lebensansichten des Katers Murr / Die Elixiere des Teufels; III. Die Serapionsbrüder; IV. Klein Zaches / Prinzessin Brambilla / Meister Floh / Letzte Erzählungen; V. Kleinere Prosastücke und musikalische Schriften); weil eine vergleichbare Ausgabe unseres Wissens im westdeutschen Buchhandel nicht zu haben ist. – a.f.