In der kleinen rheinischen Stadt Ürdingen hat in diesen Tagen eine der ältesten Brennereien Deutschlands ihr 150jähriges Firmenjubiläum gefeiert: das Haus Dujardin & Co. vorm. Gebr. Melcher. Seit dem Jahre 1810, als sich der "patentyrte Destillateur" Henry Melcher auf der Bürgermeisterei von Ürdingen seine Firmen- und Handelsrechte durch Eintragung in das neu eingeführte Firmenregister sicherte, haben viele Generationen der Gründerfamilie, zu der sich später noch (allerdings nur vorübergehend) die Familie Dujardin gesellt, die kleine Destille ausgebaut. Es ist bemerkenswert, daß die Geschichte dieses Unternehmens durch die ganzen 150 Jahre und bis in die Gegenwart hinein von der Gründerfamilie selbst bestimmt wird; das kommt in der deutschen Wirtschaftsgeschichte nicht allzu oft vor.

Die ersten 50 Jahre werden ausschließlich von der Familie Melcher bestritten. Aus der Einzelfirma des Gründers ist in der nächsten Generation "Gebr. Melcher" geworden, und dann tat sich die Verbindung zu der französischen Familie Dujardin auf. Als nach dem Kriege von 1870/1871 die französischen Weinbranderzeugnisse in Deutschland bekannter werden, findet der gebrannte Wein aus den Destillerien des Städtchens Cognac auch seinen Weg nach Uerdingen. Bald kaufen auch die Gebrüder Melcher einen großen Teil ihrer Weine in dem bekannten Weinbaugebiet Frankreichs, nachdem sie die Beziehungen zur Familie Dujardin auf Chateau Merigots in der Charente geknüpft hatte. Aus dieser Geschäftsverbindung entsteht bald die gemeinsame Firma Dujardin & Co. vorm. Gebr. Melcher. Später scheidet die Familie Dujardin wieder aus dem Unternehmen aus.

Heute stehen als geschäftsführende Inhaber die Brüder Wilhelm Melcher und Heinrich Melcher und Ludwig Goebels an der Spitze des Hauses Dujardin. Zwischen den beiden Weltkriegen hat sich der Umsatz knapp verdreifacht, in den letzten 10 Jahren aber ist der Flaschenumsatz um das Achtfache gesteigert worden. nmn

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Die außerordentliche Hauptversammlung der Vereinigte Deutsche Metallwerke AG (Frankfurt/M.), – Hauptaktionär Metallgesellschaft AG – genehmigte vorschlagsgemäß, das derzeitige Grundkapital von 68 Mill. DM (unter Berücksichtigung des genehmigten Kapitals) um nom. 23 Mill. DM auf nom. 91 Mill. DM zu erhöhen. Die neuen, ab 1. Oktober 1960 gewinnberechtigten Aktien, werden den Aktionären und den Wandelobligationären drei zu eins zu 140 Prozent zum Bezüge angeboten werden. Hinsichtlich des Geschäftsergebnisses des in diesen Tagen – am 30. September – zu Ende gehenden Geschäftsjahres 1959/60 äußerte sich Dr.-Ing. Wilhelm Koch vom Vorstand optimistisch. Der Umsatz sei nicht nur mengenmäßig, sondern auch wertmäßig gestiegen, das Ergebnis habe sich in einigen Positionen verbessert. Jedenfalls wird für 1959/60 ein ähnlich günstiges Ergebnis erwartet wie im vorangegangenen Jahr (14 Prozent Dividende),

Die Firma Heinrich Ad. Berkemann, Hamburg-Lokstedt, eine der führenden Fabriken im Bereiche der Fußorthopädie, feierte ihr 75jähriges Bestellen.