Es regnete in Strömen. Als der bisherige britische Gouverneur von Nigeria, Sir James Robertson, der königlichen Abgesandten riet, auf der Autofahrt durch die von Menschen dicht gesäumten Straßen der Hauptstadt Lagos das Verdeck zu schließen, rief Prinzessin Alexandra von Kent temperamentvoll: "Das kommt gar nicht in Frage! Sollten all’ die vielen Leute, die hier sind, um mich zu sehen, umsonst gekommen sein?" Nach einem Kilometer Fahrt, so berichten Augenzeugen, habe der Wagen einer Badewanne geglichen. Die wackere Prinzessin indessen ward mit brausendem Beifall belohnt. Eine kleine Begebenheit am Rande, die freilich auch Hinweis auf die Persönlichkeit der Prinzessin ist: Eine gar nicht zimperliche moderne junge Dame, die immerhin das Primat für sich in Anspruch nehmen darf, als erste britische Prinzessin eine öffentliche Schule besucht zu haben. In Lagos hat die 23jährige als Vertreterin Königin Elizabeths II. dem afrikanischen Staat die Unabhängigkeit verliehen. Sie, die Kusine der Königin, hat in diesen Pflichten die Schwester der Königin abgelöst, und Vermutungen zufolge wäre sie vielleicht schon verheiratet, wenn Prinzessin Margaret nicht den Photographen Armstrong-Jones geehelicht hätte. Der Gerüchte, wen sie erkoren hätte, sind viele, und schon vor Tier Jahren hieß die Frage: Wird Alexandra Prinzessin von Paris? Sicher ist hingegen, daß die hochgewachsene Prinzessin nicht nur vollendet repräsentieren kann, sondern eine vorzügliche Krankenschwester ist und sich in den Künsten einer Hausfrau ungewöhnlich gut auskennt.– Inzwischen hat sie ihre Reise durch den größten Staat Afrikas fortgesetzt.

m. s.