Rudolf Hagelstange: "Und dennoch: es lebe der Sport", ZEIT Nr. 41, und "Ein Sündenbock für Intellektuelle", ZEIT Nr. 42.

Das mußte endlich gesagt werden, und so unüberhörbar konnte nur Hagelstange es sagen, weil er nach beiden Seiten – "Geist" (besser Literatur) und Sport – als urteilsfähig legitimiert ist.

Der deutschen Gegenwartsliteratur fehlen Männer wie Hemingway, die Blut statt blasser Tinte in den Adern haben. Die nur aus Minderwertigkeitskomplexen zu erklärende Arroganz und der entwaffnende Mangel an Sachkenntnis, mit der die westdeutschen Durchschnittsintellektuellen den Leistungssport benörgeln, ist seit Jahren eine Schande und eine Gefahr. Hier werden von einer geschickt fabulierenden kleinen Minderheit allgemeine Maßstäbe so gesetzt, daß sie die körperliche Unfähigkeit und Faulheit ihrer Urheber als positive Merkmale erscheinen lassen und so jede natürliche Bewertung auf den Kopf stellen. Falsche Beurteilung eines soziologisch so wichtigen Phänomens wie des Wettkampfsports kann schlimme Folgen haben, vor allem für die Entwicklung der jungen Generation.

Karl Adam, Ratzeburg;

Trainer des Achters,

der in Rom die Goldmedaille gewann

Wichtiger als Gaitskell