Die Trans-Europa-Expreßzüge sind ins Gespräch gekommen Vor drei Jahren, im Sommer 1957, startete der allererste TEE, und seither haben diese internationalen Züge dank ihrer Eleganz und Schnelligkeit rasch Anklang bei den Reisenden gefunden. Die Folge war, daß das Netz seitdem erweitert und auf etwa 90 Großstädte ausgedehnt werden konnte.

Mit Rücksicht darauf, daß (in fünf Jahren) wahrscheinlich auch die norddeutschen Hauptstrecken elektrifiziert sein werden, will die Bundesbahn jedoch vorläufig keine Züge der bisherigen, dieselbetriebenen Bauart mehr in Auftrag geben. Nach dem Beispiel der Schweizer aber sollen (fünfteilige) Elektro-TEE-Züge gebaut werden – mit auswechselbarem Antrieb für die verschiedenartigen Stromsysteme, wie sie auf schweizerischen, italienischen, französischen und deutschen Strecken heute schon üblich sind. Dazu wird im nächsten Jahre ein Elektro-TEE zwischen Zürich und Mailand – über den Gotthard – und einer zwischen Paris und Mailand (durch den Simplon) verkehren.

Aber auch Deutschland bekommt 1961 einen neuen TEE: von Frankfurt über Basel nach Mailand. Unsere jetzigen Dieselfahrzeuge gestatteten wegen ihrer gefährlichen Abgase nicht die Durchfahrt durch die langen Gotthard-Tunnel.

Zwei Jahre später, 1963, nach Eröffnung der "Vogelfluglinie" Hamburg–Kopenhagen, werden wohl die bestehenden TEE-Züge Zürich–Hamburg (Helvetia) und Paris–Hamburg (Parsifal) bis zur dänischen Hauptstadt durchgeführt werden. Sie schaffen dann die etwas über 1300 Kilometer lange Strecke, einschließlich des 19 km langen Trajektes zwischen Fehmarn und Laaland, in einer Tagesfahrt von etwas mehr als 14 Stunden.

Um den anwachsenden Fremdenverkehr mit Griechenland aufzufangen, wird ebenfalls 1961 ein neuer D-Zug München–Athen eingerichtet, der "Akropolis-Expreß". Gegenüber unseren bisher schnellsten Balkanzügen, dem Tauern- und dem Jugoslavia-Expreß, soll er 12 bis 14 Fahrstunden einsparen. Der Akropolis-Expreß verläßt München vormittags, um – nach nur einer Nachtfahrt – am nächsten Abend in Athen einzutreffen.

Nach der Wiedereröffnung der Bahnlinie Lübeck – Herrnburg – Mecklenburg verkehrt seit dem Sommerfahrplan der D 16 1/2 Hamburg – Rostock–Saßnitz, von der Bundesbahn mit ihren neuesten Wagen ausgestattet. Hinderlich für die Reisenden blieb bisher, daß sie in Trelleborg aus dem Zuge heraus mußten, um in Saßnitz in einen anderen einzusteigen. Um dem abzuhelfen, werden die Schweden im nächsten Jahre einen Schlafwagen Stockholm–Hamburg laufen lassen, der ab Saßnitz als Sitzwagen verkehrt. Joachim Beck