Die "Kollegenschaft" nicht mehr in der Gewerkschaft, aber von Spaltung des DGB keine Rede

Von Heinz Stuckmann

Am Montag, dem 10. Oktober 1960, veröffentlichten die Zeitungen eine Entschließung des Zentralausschusses der "Christlich-sozialen Kollegenschaft". Noch zwei Tage vorher hatte es "Christlich-soziale Kollegenschaft im DGB" geheißen. Weshalb jetzt die beiden letzten Worte fehlten, geht aus der Entschließung hervor:

"Die Einheitsgewerkschaft DGB ist als Einheit gleichberechtigter, die Einheitsgewerkschaft tragender Gruppen gescheitert. Aus diesem Grunde versteht sich die Christlich-soziale Kollegenschaft nicht mehr als innergewerkschaftliche Gruppierung und läßt die Bezeichnung ‚im DGB und in den DGB-Gewerkschaften‘ fallen."

In der folgenden Begründung und Erläuterung heißt es, die Ursachen für den Beschluß lägen in

a) der "grundsätzlichen Unterdrückung freier Gruppenbildung in der Einheitsgewerkschaft DGB",

b) der ungehemmten Sozialdemokratisierung" des DGB,