Aber auch er muß den Wahlrummel mitmachen – Ein Interview mit dem Präsidentschaftskandidaten

Von Egon Vacek

An Bord der "Caroline", im Oktober Noch drei Minuten." Janet des Rosiers, Mädchen für alles an Bord der zweimotorigen Convair 240 K, winkt mit dem rechten Arm und hält drei Finger in die Höhe. John F. ("Jack") Kennedy erhebt sich von einer kleinen Couch, auf der er müde, mit hängenden Armen und geschlossenen Augen, gesessen hat. Sein Körper strafft sich. Er steckt sich noch rasch ein paar Weintrauben in den Mund, zupft dann im Spiegel seine Krawatte zurecht und geht mit jenem Jungenlachen, das ganz Amerika mittlerweile kennengelernt hat, zum Ausgang der Maschine, die nach seiner zweieinhalbjährigen Tochter Caroline genannt ist.

Flugkapitän Howard Baird setzt zur Landung in La Grange im Staate Georgia an. Ein letztes Mal überfliegt der demokratische Präsidentschaftsbewerber seine Notizen. Georgia ist eine sichere Domäne der Demokraten. Da braucht er nicht um Stimmen zu werben, da kann er eine seiner sachlichen, nüchternen Reden halten, die er mehr liebt als alle Demagogie, da kann er zitieren und mit Zahlen operieren.

"Hi Jack, hi Jack...ˮ

Die Caroline rollt aus. Der Pilot drückt auf einen Knopf, die Tür öffnet sich. Und da ist er auch schon wieder, dieser grauenvolle hysterische Schrei, der uns schon in Ohio, in South Carolina, in Pennsylvania das Trommelfell zu sprengen drohte: "Hiiiiii, Jack, hiiiii, Jack." Wie ein langgezogenes "Hai" klingt dieser gellende Begrüßungsruf.

Ein paar Tausend haben am Flughafen La Grange auf den Senator gewartet. Falsch, aber laut spielt eine Schülerkapelle den Marinemarsch "Die Anker hoch" – eine Huldigung an den Helden des Zweiten Weltkrieges, dessen Torpedoschnellboot von einem japanischen Zerstörer zersägt wurde und der, obwohl er selbst schwer verwundet war, mehrere seiner Männer rettete.