22 Mill. DM Aktien (das gesamte Grundkapital) der G. M. Hall AG, Nähmaschinenfabrik in Kaiserslautern, sind jetzt zum Handel und zur amtlichen Notierung an der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen worden. Davon sind 20 Mill. DM Aktien für 1960 voll gewinnberechtigt, 2 Mill. DM neue Aktien aus der Kapitalerhöhung 1960 haben halbe Gewinnberechtigung für 1960. In dem Zulassungsprospekt heißt es, daß die in den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres erzielten Umsätze in Haushalts- und Industrienähmaschinen beträchtlich über den Umsätzen des Vorjahres lagen, insbesondere deshalb, weil noch erhebliche Auftragsüberhänge aus dem Vorjahr vorhanden waren. Die Verwaltung hofft, daß sie auf Grund ihrer Marktposition im In- und Ausland und der 1959 herausgebrachten neuen Haushaltsnähmaschinen das Haushaltsnähmaschinen-Geschäft im laufenden Jahr auf einer befriedigenden Höhe halten kann. Der Auftragsbestand in Industrienähmaschinen lasse für 1960 die volle Auslastung in diesem Fertig gungszweig erwarten. Die Verwaltung hofft auch für 1960 eine angemessene Dividende erwirtschaften zu können. Die Gesellschaft hat in den vorangegangenen 4 Geschäftsjahren je 10 vH Dividende: auf das gewinnberechtigte Aktienkapital gezahlt. Der Umsatz (ohne Beteiligungsgesellschaften) belief sich 1959 auf rd. 118,7 (i. V. 116,0) Mill. DM. Mitte 1960 waren rd. 7300 Personen beschäftigt.

Für die Hüttenwerke Siegerland AG in Siegen/Westfalen hat das Geschäftsjahr 1959/60 (30. September) bei durchweg. guter konjunktureller Lage eine günstige Entwicklung gebracht. Das gilt auch für die Tochtergesellschaften, die Friedrichshütte AG (Herdorf) und die Blefa Blechwaren- – und Faßfabrik GmbH in Kreuztal. Die Feinbleche erzeugung (einschl. Friedrichshütte AG) konnte im Berichtsjahr um 23 vH auf 786 400 t erhöht werden, die Rohstahlproduktion ist um 19 vH auf 411 400 t und die Roheisenerzeugung um 26 vH auf 257 600 t gestiegen. Die Fertigung in der Konstruktionswerkstatt Langenei übertraf das Vorjahr um 23 vH. Der konsolidierte Fremdumsatz ist 1959/60 um 100 Mill. DM auf 626 Mill. DM gestiegen; er lag damit um 19 vH über dem Vorjahresumsatz und überschritt auch den Umsatz des Geschäftsjahres 1957/58. Mitte 1960 hatte die Dortmund-Hörder Hüttenunion AG die Aktienmehrheit der Hüttenwerke Siegerland AG (AK 46 Mill. DM) erworben.

Die Hoesch AG, Dortmund, teilt in einem Aktionärbrief mit, daß das Unternehmen einen "befriedigenden" Abschluß über das soeben beendete Geschäftsjahr 1959/60 vorlegen wird. Der Fremdumsatz des Konzerns stieg um 21 vH auf 1,95 Mrd. DM. Der Geschäftsablauf bei der Westfalenhütte entsprach der allgemein erfreulichen Entwicklung in der Eisen- und Stahlindustrie; die Rohstahlerzeugung nahm um 25,5 vH zu. – Einen konkreten Hinweis auf die bei Hoesch zu erwartende Dividende enthält dieser Aktionärbrief noch nicht. Eine Aufstockuung des letzten Satzes von 10 vH ist indessen mit Sicherheit zu! erwarten.

über eine 32prozentige Umsatzsteigerung berichtet die August Thyssen-Hütte AG, Duisburg-Hamborn, in einem Aktionärbrief, der einen ersten Überblick über das außerordentlich. günstige Geschäftsjahr 1959/60 vermittelt. Der konsolidierte Fremdumsatz der Thyssengruppe stieg auf 2,4 Mrd. DM. Die ATH allein konnte ihre Rohstahlerzeugung um 27,4 und ihre Walzstahlproduktion um 28,3 vH steigern. Der anhaltend günstige Produktions- und Umsatzverlauf wird sich, wie es in dem Aktionärbrief heißt, auch in der Ergebnisentwicklung niederschlagen. Eine "Erhöhung der vorjährigen Dividende. von 10 vH" wird in Aussicht gestellt. Börsenerwartungen auf 12 vH Thyssen-Dividende dürften nicht falsch liegen.

Das Interesse und die Nachfrage nach Volkswagen-Volksaktien ist bereits sehr lebhaft, obwohl die Werbung dafür im großen Stil noch nicht eingesetzt hat. Die Vormerkungen bei den Geldinstituten lassen erwarten, daß die zur Ausgabe vorgesehenen Aktien ohne Schwierigkeiten und sehr flüssig untergebracht werden können. Es wird damit gerechnet, daß über eine Million Bürger der Bundesrepublik VW-Aktien kaufen wollen. Nach Ansicht von Banken, die mit dem Verkauf der VW-Aktien beauftragt sind, ist zu erwarten, daß bereits in der ersten Phase bei der Zeichnung für ledige Einkommensbezieher bis zu jährlich 8000 DM, für Verheiratete bis zu jährlich 16 000 DM alle zur Verfügung stehenden Aktien untergebracht werden. Mit einer Repartierung müsse gerechnet werden, jedoch sollen alle Interessenten im Rahmen des Möglichen berücksichtigt werden. Bei den Instituten liegen auch bereits zahlreiche Anmeldungen von Kunden vor, die erst in der zweiten Phase ohne Einkommensbeschränkung zur Zeichnung von VW-Aktien zugelassen werden sollen. Es zeigt sich deutlich, daß das Kaufinteresse an VW-Aktien erheblich größer ist als bei der Ausgabe der Preussag-Aktien.