Wer sind die Eigentümer von BV Aral?

Ich würde gern einmal Näheres über die Eigentumsverhältnisse bei der BV Aral AG erfahren. Leider sind die Möglichkeiten, über eine Bank eine solche Aufklärung zu erhalten, sehr schlecht. Können Sie mir helfen? A. J., Aachen

Antwort: Zu den Eigentümern der BV Aral AG, Bochum, gehören zahlreiche Benzol- und Benzinerzeuger in der Bundesrepublik. Zu den wichtigsten Aktionären zählen: Bergwerksgesellschaft Hibernia AG, Herne; Gelsenberg Benzin AG, Gelsenkirchen-Horst; Gelsenkirchener Bergwerks-AG, Essen; Harpener Bergbau-AG, Dortmund; Mannesmann AG, Düsseldorf; Rheinstahl Bergbau AG, Essen; Scholven-Chemie AG, Gelsenkirchen-Buer; Wintershall AG, Kassel. Die BV Aral AG ist am 15. April 1952 mit dem Sitz in Bochum gegründet worden. Sie ist eine der Nachfolgegesellschaften der 1941 gegründeten Kohlenwertstoff-AG, von der bis 1952 die Geschäfte des Benzin-Benzol-Verbandes (BV) und fünf weiterer Gemeinschaftsunternehmen des deutschen Steinkohlenbergbaus geführt worden sind. Der Benzin-Benzol-Verband (BV), eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, geht auf die im Jahre 1898 mit dem Sitz in Bochum gegründete Westdeutsche Benzol-Verkaufsvereinigung zurück. Die BV Aral AG handelt gemäß Artikel 2 ihrer Satzung als geschäftsführendes Organ für eine Vereinigung, die unter dem Namen "Benzin-Benzol-Verband" bekannt ist, sowie auch für andere Gesellschaften.

Anfangs befaßte sich das Unternehmen nur mit dem Vertrieb von Benzolerzeugnissen, führt jedoch seit 1924 auch Mineralölprodukte, insbesondere Vergaserkraftstoff, Dieselkraftstoff, Auto- und Industrieschmierstoffe und Flüssiggas. Zu den Lieferwerken der BV Aral zählen namhafte deutsche Erdölförder- und -verarbeitungsgesellschaften, wie z. B. die Werke Gelsenberg-Benzin und Scholven-Chemie in Gelsenkirchen und die zur Wintershall gehörenden Raffinerien fingen und Salzbergen. Alle diese Werke Verarbeiten Erdöl aus der inländischen Förderung und imsortiertes Rohöl, vorwiegend aus dem Nahen Osten. Die Aral-Lieferwerke haben sich – je nach Standort – an den verschiedenen Pipelines bzw. Pipeline-Projekten beteiligt. An die Nord-West-Ölleitung von Wilhelmshaven sind die Emsland -Raffinerie in Lingen, die Scholven-Chemie in Gelsenkirchen-Buer und die Ruhrchemie in Oberhausen angeschlossen. Das Werk Gelsenberg-Benzin beteiligte sich an der Pipeline von Rotterdam nach Westdeutschland. Auch an der großen südeuropäischen Pipeline Marseille – Karlsruhe. und an den Vorbereitungen für eine geplante Abzweigleitung nach Bayern sind die Aral-Lieferwerke beteiligt.

Das Motorenbenzol kommt als Rohbenzol von den im Ruhrgebiet gelegenen Kokereien, wo es sei der Verkokung von Steinkohle gewonnen und veredelt wird.

Das Forschungszentrum der BV Aral – Laboratorien und eine technische Versuchsanstalt – liegt in Bochum; hier befindet sich die Zentrale der BV Aral AG.

Für den Umschlag und Vertrieb in der Bundesrepublik und Westberlin stehen mehr als 500 000 cbm Tankraum, vor allem ein Großtanklager am Stadthafen Gelsenkirchen mit Pipelineverbindung zu den benachbarten Lieferwerken, und etwa 5000 Straßentankstellen zur Verfügung. Rund 3000 eigene und angemietete Eisenbahnkesselwagen und mehr als 200 Straßentankwagen sowie gecharterte Binnentanker bewältigen die Transportaufgaben. Seit einigen Jahren sind die blau-weißen Farben des Unternehmens und das quadratische Markenzeichen auch an Tankstellen in Österreich, der Schweiz, Luxemburg, Belgien und neuerdings in Oberitalien zu finden.

Die BV Aral AG beschäftigt – ohne die Belegschaft der Lieferwerke – insgesamt etwa 5800 Angestellte und Arbeiter. Der Umsatz des Unternehmens erreichte im Geschäftsjahr 1959 eine Größenordnung von 2,39 Mrd. DM (1958 = 2,1 Mrd. DM).