Neu

"Jenseits des Rheins" (Frankreich). Dies ist ganz gewiß nicht nur eine deutsch-französische Gemeinschaftsproduktion: Die Tendenz des Films, der im Zweiten Weltkrieg, teils diesseits, teils jenseits des Rheins spielt, ist auf deutsch-französische Verständigung und politisch-menschliche Lebensgemeinschaft gerichtet. Höchst sympathisch. Aber die gute Gesinnung allein macht noch keine Kunst. Der Regisseur (und Drehbuchautor) André Cayatte, der früher durch eine sehr persönliche Handschrift und hohes Niveau aufgefallen war, entgeht hier nicht der Gefahr des Klischees und der Weitschweifigkeit.

Fast neu

Faust (Bundesrepublik). Distanz und Gesamtbild schwinden, die Kamera dringt gelegentlich in porennahe Bereiche, in denen Mensch und Maske wieder getrennt werden. Die klassische Gründgens-Inszenierung wurde nun auch allen Nichtkennern der Hamburger Theaterfassung zugänglich. Den Faust spielt Will Quadflieg.

Der brave Soldat Schwejk (Bundesrepublik). Heinz Rühmann spielt ausgezeichnet unter der Regie von Axel von Ambesser. Man vermied, den Film zur Militärklamotte oder zum pazifistischen Rührstück werden zu lassen. Der k. u. k.-Ton fehlt jedoch, den Pallenberg, weiland in Berlin, so herrlich traf.

Am Sonntag... nie (USA). Eine pikante amerikanische Komödie, in Griechenland gedreht von dem französischen Regisseur Jules Dassin (Rififi). Die Griechin Melina Mercouri, im Film eine Prostituierte aus dem Piräus, die am Sonntag für klassische Tragödien schwärmt, wurde in diesem Jahr im Filmwettbewerb von Cannes als beste Schauspielerin ausgezeichnet.

Das Gesicht (Schweden). Ein Magier kommt mit seiner Truppe nach Stockholm. Niederlage und Triumph der Gaukelei in einer vernunftsüchtigen Gesellschaft. Die Bürger erwirken Auftrittsverbot, aber der König will den Magier sehen. Ironie und Realismus ergeben hier keine ganz glückliche Mischung. Ein Film von Ingmar Bergman.