Die Ehemaligen von "Featherstone-Park"

gru-/ Düsseldorf

Vor fünfzehn Jahren trugen sie alle die gleiche Drillichjacke. Auf dem Rücken standen in weißer Farbe die Buchstaben POW – das Erkennungszeichen der Kriegsgefangenen in England. Und die meisten von ihnen saßen im Lager Featherstone-Park.

Am vergangenen Wochenende trugen sie maßgeschneiderte Anzüge, als sie sich im Düsseldorfer "Malkasten" trafen. Einer sagte: "Eigentlich hätten wir in Drillich kommen sollen .. Wären sie so gekommen, dann hätte freilich einer in Khaki erscheinen müssen: Der Ehrenvorsitzende des Kreises ehemaliger Kriegsgefangener, Herbert Sulzbach, damals bis Majesty’s captain. Der "Featherstone"-Kreis ist sein Werk.

Nun sind sie Kaufleute, Theologen, Architekten, Professoren, Beamte, Offiziere. Die ersten Schritte von der Diktatur zur Demokratie taten sie im Education-Camp von Featherstone-Park. Heute wollen sie fortsetzen, was einst hinter Stacheldraht begonnen hatte: Die Arbeitsgemeinschaft soll auch weiterhin der deutsch-britischen Verständigung dienen. In der Diskussion war auf deutscher Seite vor allem eine Mahnung zur Buße und ein Lob auf den englischen Nachbarn. Die Nachbarn von der Insel hörten schweigend und pfeiferauchend zu. Trocken meinte schließlich mein englischer Nachbar: "Ich habe gar nicht gewußt, daß es noch so viele gute Menschen gibt..."