Heinz Michaels: "Kommiß auf Raten", ZEIT Nr. 42, und Leserbrief "Katholiken rechts raus", ZEIT Nr. 44

Zunächst an die Adresse von Herrn Michaels Die Erfahrung in der Truppe hat bewiesen, daß die Änderung des Vorgesetztenverhältnisses in die heutige Form notwendig war. Leider ist nicht jedem militärischen (wie auch zivilen) Vorgesetzten Autorität angeboren.

Dann: Warum hat sich denn der Gefreite Dittweiler nicht beschwert, wenn ihm der geschilderte Formaldienst nicht in Ordnung schien. Eine Beschwerde wird immer sachlich behandelt werden. Es gehört aber Mut dazu, sie zu vertreten! Ich schlage vor, daß die betreffenden Soldaten sich korrekt wehren sollen gegen "Übergriffe" eines Gruppenführers; unter Männern ist Aussprache untereinander noch immer das Übliche. Für das andere Beispiel mit dem Prozessionsbefehl gilt oben Gesagtes entsprechend.

Ich möchte mit aller Deutlichkeit der Verallgemeinerung des Gefreiten entgegentreten, daß der Staatsbürger in Uniform" nur in der Einheit des "Grafen Baudissin oder im Fernsehen" vorkomme Der Soldat braucht sich heute nicht, wie unterstellt wurde, als Untertan zu fühlen. Es gibt besonderen Unterricht über seine Rechte, mit Hinweisen, wie sie notfalls durchzusetzen sind. Der Komplex, den Kirst-Roman und Film 08/15 hinterlassen haben, scheint vielen in den Knochen zu stecken – ohne Grund.

Die Tendenz zeigt nicht rückwärts, sondern – traditionsgemäß: vorwärts!

Johannes Schumacher, Leutnant, Karlsruhe

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