R. L., Oldenburg

Herr S. versteht sich meisterlich auf die Kunst verschmitzten Lächelns. Er lächelte auch noch, als ihm unlängst ein behördlich vervielfältigtes Mahnschreiben ins Haus flatterte, des Inhalts, er möge seinen Wagen fristgemäß dem Technischen Überwachungsverein vorführen, und das Fahrzeug umzumelden, widrigenfalls ... Bis heute aber ist er nicht dahintergekommen, was er eigentlich hätte tun sollen, um sich korrekt zu verhalten.

Das Schreiben war von der Oldenburger Verkehrsbehörde und enthielt folgende Belehrung:

"Nach § 27 der Straßenverkehrszulassungsordnung sind Sie verpflichtet, den Standortwechsel des Fahrzeugs unverzüglich bei mir anzuzeigen ... Ich bitte Sie, innerhalb acht Tagen nach Zustellung dieser Verfügung bei mir... zu erscheinen ... Falls Sie dieser Aufforderung nicht fristgemäß nachkommen, werde ich ein Zwangsgeld nach § 37 des Sicherheits- und Ordnungsgesetzes von DM 30,–festsetzen, an dessen Stelle im Falle des Unvermögens eine Zwangshaft von einer Woche tritt. Außerdem könnten Sie nach § 27 der Straßenverkehrszulassungsordnung angezeigt werden. – Gegen diese Verfügung kann innerhalb eines Monats nach Zustellung Widerspruch erhoben werden."

Wie, so fragt sich nunmehr der immer noch still vor sich hinlächelnde Herr S., läßt sich erklären, daß mir zwar eine grundsätzliche Widerspruchsfrist von vier Wochen eingeräumt wird, wenn mir im vorhergehenden Absatz bei Nichteinhaltung einer Frist von acht Tagen Geldstrafe oder aber Zwangshaft angedroht werden? Und wie kann es sein, daß der Herr Oberkreisdirektor persönlich solch horrenden, wiewohl vorgedruckten Blödsinn unterzeichnet?

In der Tat, dunkel und seltsam sind die Wege der Bürokratie ...