Die Hand, die den Wechsel fälscht, darf nicht zittern. Jens Daniel im SPIEGEL

Nobelpreis für einen noblen Dichter

Der unablässigen Nörgeleien von rechts und links müde, erkannte die Schwedische Akademie den diesjährigen Nobelpreis für Literatur einem Dichter zu, dem niemand die hohe Auszeichnung mißgönnen wird, ist sie doch wirklich, wie es in der Verleihungsschrift heißt, "praktisch nur eine Bestätigung seines internationalen Standes als einer der größten Pioniere der modernen Dichtkunst": dem dreiundsiebzigjährigen französischen Diplomaten und Lyriker Alexis Saint-Leger beziehungsweise Saint-John Perse. In deutscher Sprache erschien eine Reihe seiner Werke, übertragen von Friedhelm Kemp, im Hermann Luchterhand Verlag, Neuwied. Wir werden unseren Lesern den Dichter in einer unserer nächsten Nummern vorstellen.

Spanische Dichter, spanisches Theater

Zum erstenmal seit etwa fünfundzwanzig Jahren konnte in Spanien ein Stück des 1936 von der Falange ermordeten Federico García Lorca aufgeführt werden. Das Madrider Theater Eslava spielte vorigen Freitag "Yerma – Eine tragische Dichtung", ein Stück, das 1934 im Theater Fontalba uraufgeführt wurde. So begeistert das Publikum reagierte, so zurückhaltend scheint die spanische Presse das Ereignis aufzunehmen. Immerhin wurden Inszenierung und Schauspieler sehr gelobt, was bei der Wiedererweckung eines bisher so suspekten Autors wie Lorca vielleicht schon viel ist – in Spanien.

Terroristen gegen Bücher

Buchhändler in Südwest-Frankreich haben einen Drohbrief erhalten, in dem sie aufgefordert werden, keine Bücher von Françoise Sagan, Jean-Paul Sartre und anderen ins Schaufenster zu stellen. Absender dieses Briefes ist die berüchtigte rechtsextreme Terror-Organisation "Rote Hand", welche die Buchhändler zum Boykott der Autoren auffordert, die das Manifest zur Verweigerung des Wehrdienstes in Algerien unterschrieben haben.