Der Union-Investment GmbH in Frankfurt gehören Privatbanken, darunter ausländische Institute, Zentralkassen der Volksbanken und Raiffeiseninstitute an. Das sichert einen breiten Absatz der beiden von der Gesellschaft verwalteteten Wertpapierfonds. Dies sind der UNIFONDS, der sich aus deutschen Spitzenwerten zusammensetzt, und der USCAFONDS, der nordamerikanische Aktien enthält. Günstig hat sich vor allem der UNIFONDS entwickelt; etwa ein Viertel seiner Zertifikate ist im Ausland untergebracht. Sie sind dort im wesentlichen in eine Daueranlage gegangen. Das abgelaufene Geschäftsjahr 1959/60 war allerdings, wie übrigens bei vielen deutschen Investmentgesellschaften, nicht ganz ohne Sorgen. Die Zahl der in Umlauf gesetzten Zertifikate, dies sind 1,12 Millionen Stück, hat sich nur ganz geringfügig erhöht. Das Fondsvermögen stieg dagegen, als Folge von Aktienkurserhöhungen, um 48 vH auf 170 Mill. DM. Obwohl die Erträgnisse aus Dividenden und Zinsen sich nicht wesentlich erhöhten, beschloß die Fondsverwaltung, die Ausschüttung pro Zertifikat von 4,20 DM im vergangenen Jahr auf 7,– DM heraufzusetzen. Realisierte Kursgewinne und verwertete Bezugsrechte gaben hierfür die Möglichkeit. Praktisch bedeutet dies eine Vermögensausschüttung. Um den Daueranlegern einen Anreiz zur Thesaurierung zu geben, hat die Fondsverwaltung, entsprechend amerikanischer Vorbilder, sich dazu entschlossen, den Anteilsinhabern, die ihre Ausschüttungen durch Neuerwerb von Zertifikaten wieder anlegen vollen, einen Rabatt in Höhe von 3 vH auf den Ausgabepreis zu gewähren. In der Bundesrepublik ist dieses Verfahren neu.

Das Fondsvermögen wurde im Verlauf des Geschäfsjahres umgeschichtet. Chemieaktien nehmen jetzt fast 20 vH in Anspruch (gegenüber 18,4 vH im Jahr zuvor), vermehrt wurden auch die Bestände an Werten des Maschinenbaues und der Metallverarbeitung, ferner die an Warenhäusern. Reduziert wurden hingegen Elektro-und Versorgungswerte; Montanaktien stehen nur noch mit 4,82 gegenüber 9,27 vH im Jahr zuvor zu Buche. Die Barreserve weist keine größere Veränderung auf, sie wird aber wahrscheinlich künftig etwas stärker werden.

Bei dem USCAFONDS, dessen Vermögen mit knapp 10 Mill. DM nach wie Vor bescheiden ist, beträgt die Ausschüttung 4,– DM, wobei je die Hälfte auf echte Erträgnisse und auf realisierte Kursgewinne fällt. Der Ausgabepreis war entsprechend der Kursentwicklung an den amerikanischen Börsen leicht rückläufig. Aus diesem Grund hat dieser Fonds auch in Deutschland noch keinen großen Anklang gefunden. Die deutschen Aktien boten bisher bessere Chancen. Auf den Ausgabekurs bezogen, ist die echte Rendite (Zinsen und Dividende) mit etwa 2 vH auch nicht günstiger als die des UNIFONDS.

Es zeigt sich hier, daß die Kurssteigerungen der deutschen Aktienwerte im wesentlichen eine Anpassung an das ausländische Kursniveau gebracht haben. Der Ausgabepreis für den UNIFONDS-Anteil hat sich im Verlauf der Jahre verdreifacht. Die Verwaltung entschloß sich deshalb zu einem Split. Auf einen Anteil werden ab 1. November zwei weitere ausgegeben. Damit soll auch kleinen Daueranlegern wieder die Möglichkeit eröffnet werden, regelmäßig Zertifikate zu erwerben. Der Ausgabepreis von 159,20 DM, wie er am 30. September bestand, erwies sich in vielen Fällen als "unhandlich". W. R.